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Internationale Gewerkschaftsarbeit in Zeiten der Globalisierung
Entstehung
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Bernhard Stelzl Internationale Gewerkschaftsarbeit in Zeiten der Globalisierung Internationale Gewerkschaftsarbeit in Zeiten der Globalisierung Von Bernhard Stelzl Vorspann In den vergangenen Jahren setzten Siemens, VW und Opel öffentlichkeitswirksam ihre Beschäftig­ten und die IG Metall unter Druck. Etwas diskreter geht der Beschäftigungsabbau in der chemi­schen Industrie vor. Das Begründungsmuster ähnelte sich: Aufgrund der Globalisierung müssten die Arbeitskosten reduziert werden, um die Produktion in Deutschland zu halten. Beschäftigungs­sichernde Vereinbarungen bilden dann oft die als Abwehrkampf wahrgenommene Reaktionsmög­lichkeit im Rahmen der Globalisierung. Die hiesigen Arbeitnehmer und ihre Vertretung gestehen qualitative und quantitative Verschlechterungen zu, weil sie sich im globalen Standortwettbewerb nahezu alternativlos sehen(Dörre bereits 1997). Eine andere Perspektive für die Gewerkschaften bietet hingegen die konsequente Internationalisierung der alten sozialen Bewegung selbst. Anders als die Kapitalseite haben die Vertreter der Arbeit das Thema lange vernachlässigt. Zeitverzögert wird das internationale Engagement der Gewerkschaften nunmehr als Teil des Globalisierungspro­zesses forciert. Zum einen werden mit alten Institutionen(ILO) neue Instrumente formuliert, zum anderen entstehen mit neuen Koalitionen weitere Instrumente internationaler Zusammenarbeit. 1 Internationale Gewerkschaftsarbeit in Zeiten der Globalisierung Siemens droht mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen von München in die Tschechische Repu­blik. Eine Meldung, wie sie in der Wirtschaftspresse in der einen oder anderen Variante fast täg­lich zu lesen ist. Dabei ist der Blick der Arbeitnehmer und ihrer Vertreter sehr verengt, steht in der Regel die Sorge um den Verlust der Arbeitsplätze im Vordergrund. Die Diskussionen sind von Angst geprägt, anstelle von ruhiger Analyse und Betrachtung der tatsächlichen Handlungsmöglich­keiten. Eine davon ist es, zu sehen welche Gewerkschaft vor Ort tätig ist und ob es bereits Arbeits­beziehungen in dem Land gibt, wohin die Standortverlagerung erfolgen soll. 1 Zum Verständnis der vielen im Beitrag verwendeten Abkürzungen finden Sie auf S.18 ein Abkürzungsverzeichnis. www.fes-online-akademie.de Seite 1 von 20