Was tun bei Stammtischparolen? Was tun bei Stammtischparolen? „Wer kennt sie nicht, die Situation- beim Familienfest beispielsweise? Den ganzen Tag über war alles friedlich, man schwelgte in gemeinsamen Erinnerungen, alberte herum, die Stimmung war gut. Doch dann am Abend, als die Feier schon fortgeschritten war, wurde es heftig. Onkel Albert wütete wegen der seiner Meinung nach„viel zu lauen Strafordnung“, kritisierte„die Fernseher und den Teppichboden im Gefängnis“ und forderte lauthals die Todesstrafe: ausgerechnet Onkel Albert, ansonsten die Liebenswürdigkeit in Person. Der Familienfrieden ist von nun an dahin. Gerade noch erreicht man den Abschluss der Feierlichkeit ohne dass es zum Eklat kommt. Danach aber, zu Hause, allein, kommen die Überlegungen: Warum schmerzt es, wenn Onkel Albert so heftig wird? Hätte man nicht doch etwas deutlicher dagegen setzen müssen? Hätte man es überhaupt gekonnt?“ Mit der Schilderung dieser alltäglichen Situation beginnt der Politologe Klaus-Peter Hufer sein Buch Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. Materialien und Anleitungen für Bildungsarbeit und Selbstlernen, 4. Auflage, Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts. 2001. Jeder und jede kennt diese Situationen: Im Gespräch mit dem Nachbarn, im Supermarkt, in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Sportverein – plötzlich ist man mit vorurteilsbeladenen Parolen konfrontiert, nach denen„die Ausländer uns die Arbeitsplätze wegnehmen“ und sich„nicht integrieren lassen wollen“,„wer Arbeit will, bekommt auch eine“,„ohne Krieg wäre der Nationalsozialismus gar nicht so schlimm gewesen“,„wir können nicht ewig im Büßergewand durch die Welt gehen“ etc. etc. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Der„Stammtisch“ als Ort solcher Parolen findet sich keineswegs nur in verrauchten Kneipen, in denen mit jedem Bier mehr schwadroniert und aggressiv politisiert wird.„Stammtisch“ steht nicht für einen konkreten Ort, sondern für jede Diskussion, in der dumpfe Vorurteile und extrem verkürzte„Argumente“ verwendet werden. Und jeder und jede kennt auch das Gefühl, das sich zumeist erst im Nachhinein, wenn es „zu spät“ ist, einstellt: Warum habe ich nicht eingegriffen? Warum fallen mir die guten Argumente erst jetzt ein? Mit seinem Buch und mit eigenen Trainings-Seminaren will Klaus-Peter Hufer helfen, sich auf solche Situationen vorzubereiten, zu engagiertem Verhalten animieren und sinnvolle Argumentationsstrategien entwickeln. Im folgenden greifen wir aus seinen umfangreichen und produktiven Hinweisen lediglich einige grundsätzliche und praktische Tipps für den Umgang mit klischeehaften und aggressiven Parolen heraus. Empfohlen sei ausdrücklich www.fes-online-akademie.de Seite 1 von 3
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Was tun bei Stammtischparolen : [Empfehlungen basierend auf Klaus-Peter Hufer: Argumentationstraining gegen Stammtischparolen, Schwalbach, 2001]
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