Druckschrift 
"Britishness" - oder gibt es einen Nationalismus für das 21. Jahrhundert? : britische Gedanken zu einer möglicherweise unvermeidbaren europäischen Debatte
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Blickpunkt Großbritannien Büro London The Chandlery Office 609 50 Westminster Bridge Road GB London SE1 7QY Tel 00 44 20 77 21 87 45 Fax 00 44 20 77 21 87 46 www.feslondon.org.uk December 2006 Britishness oder gibt es einen Nationa­lismus für das 21. Jahrhundert? Britische Gedanken zu einer möglicherweise unvermeidbaren europäischen Debatte Im Umfeld des britischen Schatzkanzlers Gordon Brown wird seit geraumer Zeit darüber diskutiert, wie die wachsende Heterogenität der britischen Gesellschaft in einem neuen, den Realitäten des 21. Jahrhunderts gerecht werdenden nationalem Identitätsgefühl auf­gefangen werden kann. Einer der wichtigsten Beteiligten dieser Debatte ist der Unterhaus-Abgeordnete Michael Wills, der im fol­genden Text die Grundzüge dieser Debatte und ihre zentralen Ele­ment zusammenfasst. Michael Wills Vor fünfzig Jahren, kurz nach dem trauma­tischen Erlebnis eines schrecklichen Welt­kriegs, hatten die meisten europä-ischen Politiker die Vision, dass die im National­staat begründete politische Grund-haltung langsam aussterben und einer großzügige­ren, wohlwollend-kooperativen Politik Platz machen würden. Doch die nationale Identi­tät steht nach wie vor im Zentrum aller Poli­tik, auch wenn dem Europa der Nach­kriegszeit der nationa-listische Wettstreit des neunzehnten und zwanzigsten Jahr­hunderts erspart blieb. Die traditionellen Themen Patriotismus und nationale Identität mit ihrer starken Be­tonung hierarchisch aufgebauter Institu­tionen und ruhmreicher Zeiten unter dem britischen Empire haben für die meisten Einwohner Großbritanniens seit langem an Bedeutung verloren. Trotzdem ist die natio­nale Identität noch immer wichtig. Sie zieht sich mit all ihren ungelösten Fragen durch alle aktuellen Probleme, vor denen Großbri­tannien heute steht. Von der Frage der Ver­fassung bis zu Großbritanniens Rolle in Eu­ropa, vom Kampf gegen den Terrorismus, den globalen Strömen von Menschen und Kapital und den dadurch entstandenen Auf­schwung eines neuen rechtsgerichteten Populismus sowie der Antiglobalisierungs­bewegung bis hin zu der Frage, wie und warum wir öffentliche Dienstleistungen in der gegenwärtigen Form anbieten unsere Haltung zu all diesen Themen ist stets durch unser Gefühl beeinflusst, wohin wir