Kontroverse Wahrnehmungen: Chinesische, afrikanische und europäische Perspektiven auf den China-Afrika-Gipfel Katharina Hofmann, Jürgen Kretz, Michael Roll und Sebastian Sperling Friedrich-Ebert-Stiftung, Dezember 2006 • Auf dem Gipfeltreffen des Forums für chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit(FOCAC) wurden die weitere Vertiefung der Handels- und Investitionsbeziehungen sowie die Ausweitung der Entwicklungszusammenarbeit zwischen China und Afrika beschlossen. • China festigt seine Position auf dem afrikanischen Kontinent und wirbt für seine Prinzipien der Zusammenarbeit, insbesondere das der gegenseitigen Nichteinmischung in innere Angelegenheiten. • In Afrika sind die chinesischen Zusagen sehr willkommen. China wird als Modell und möglicher Motor der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung gesehen. Nationale oder gar kontinentale Strategien zu dessen Nutzung gibt es aber nicht; in Südafrika werden sie zumindest ansatzweise diskutiert. • Die westlichen Industrieländer blicken überwiegend mit Skepsis auf den Gipfel: China, so die Kritik, unterminiere Standards westlicher Entwicklungspolitik und erschwere damit die Förderung von Menschenrechten, Demokratie und guter Regierungsführung in Afrika. Harmonische Töne bestimmten den dritten und bislang größten Gipfel des Forums für chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit(FOCAC), der unter dem Motto„Freundschaft, Frieden, Kooperation und Entwicklung“ 1.700 Delegierte aus China und Afrika zusammenführte. 48 afrikanische Staaten waren vertreten, 41 davon erstmals durch ihre Staats- oder Regierungschefs. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verabschiedeten am Ende die„Pekinger Erklärung“ sowie den „Aktionsplan 2007-2009“. Beide Dokumente wurden von den Beteiligten 50 Jahre nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Afrika einhellig als„historische Meilensteine“ und als Manifest einer „neuen Art strategischer Partnerschaft“ gefeiert. In den Vereinbarungen werden gemeinsame Prinzipien und Ziele definiert, welche die Grundlage für intensivierten Austausch und Kooperation bilden sollen. Darüber hinaus beinhalten sie ein umfassendes Paket konkreter Investitions- und Entwicklungshilfezusagen der Chinesen für die nächsten drei Jahre, darunter günstige Kredite in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar, Vorzugskredite zum Kauf chinesischer Waren im Wert von 2 Milliarden US-Dollar sowie die Verdopplung der chinesischen Entwicklungshilfe bis 2009(siehe auch Infobox). Im Rahmen der zweiten chinesischafrikanischen Unternehmerkonferenz am Rande des Gipfels schlossen chinesische Firmen zudem Investitionsabkommen mit elf afrikanischen Staaten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden US-Dollar ab. Hintergrund: Chinas ‚Afrika-Jahr’ Der FOCAC Gipfel stellt zweifellos den Höhepunkt des in China als ‚Afrika-Jahr’ bezeichneten Jahres 2006 dar. Im Januar hatte die Regierung der Volksrepublik mit der Veröffentlichung ihrer afrikapolitischen Leitlinien 1
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Kontroverse Wahrnehmungen : chinesische, afrikanische und europäische Perspektiven auf den China-Afrika Gipfel
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