Zwischen politischer Bildung und gewerkschaftlichem Auftrag: Bericht über die 38. IALHI-Tagung vom 5. bis 8. September 2007 in Rom Die 38. Tagung der International Association of Labour History Institutions fand vom 5. bis 8. September in Rom statt. In Verlauf der IALHI-Geschichte war Rom(nach Florenz und Mailand) der dritte Konferenzort in Italien. Anlass der Tagung in Rom war der 100. Geburtstag einer unabhängigen italienischen Gewerkschaftsbewegung. Das Meetung wurde von allen drei großen italienischen gewerkschaftlichen Dachverbänden getragen. Die sozialistische Confederazione Generale Italiana del Lavoro(CGIL)(über 5 Millionen Mitglieder), die christdemokratische Confederazione Italiana Sindacati Lavoratori (CIS) und die sozialdemokratisch-republikanische Unione Italiana del Lavoro(UIL) mit knapp 2 Millionen Mitgliedern hatten sich geeinigt, die IALHI-Tagung solidarisch auszurichten. Tagungsort war das römische Gebäude der Consiglio Nazionale dell'Economia e del Lavoro (CNEL). Die CNEL ist eine von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite paritätisch besetzte Kammer, die im Gesetzgebungsverfahren- gemäß des Verfassungsauftrages- beratende Funktionen ausübt. Im nationalen Gebäude der CNEL werden z.B. alle italienischen Tarifverträge aufbewahrt und dokumentiert. Am ersten Konferenztag standen traditionell die Präsentation der Projekte einzelner IALHIMitglieder im Vordergrund. Die neueren technologischen Entwicklungen haben auch kleineren IALHI-Einrichtungen die Möglichkeit gegeben, ihre Bestände öffentlich zu präsentieren, während die großen Einrichtungen bereits alle neuen Entwicklungen des Internet (Web 2.0) nutzen und auch Benutzer bei der„Willensbildung“ von Erschließungsprojekten beteiligen. Das Angebot an interessanten Projektpräsentationen war so groß, dass es nur mit Mühe im Konferenzprogramm untergebracht werden konnte. David Bidussa und Alessandra Lazzarone von der Fondazione Gianiacomo Feltrinelli (http://risorseonline.fondazionefeltrinelli.it/) berichteten über ein(gemeinsam mit französischen Partner) realisiertes Projekt, Texte und Dokumente von und über die Pariser Commune ins Netz zu legen und warben für eine weltweite Kooperation. Boris Belenkin, Mitglied des Moskauer Menschenrechtszentrum Memorial gab Auskunft über den gegenwärtigen Stand des Archivs und der Bibliothek der Menschenrechtsorganisation und die „Eröffnung“ politischer Dokumente im Web. Belenkin verwies auf die enge Verbindung der gesammelten Dokumente zur nichtkommunistischen Arbeiterbewegung. Zahlreiche Kollektionen und erschlossene Dokumente belegten die Aktivitäten sozialdemokratischer, sozialrevolutionärer und anarchistischer Gruppen im bolschewistischen Russland. Giovana Bosman von der Fondazione Istituto Gramsci(http://www.fondazionegramsci.org/) “vermeldete” die Übernahme des Parteiarchivs der alten italienischen Kommunistischen Partei(PCI). Die Überlieferung der PCI sei nun in Turin lückenlos vorhanden(vor dem Krieg als Reproduktionen, nach dem Krieg im Original). Dario Massimi, Verantwortlicher in der Bibliothek der Gramsci-Stiftung, sprach über die Digitalisierung der L’Unita und die Erschließung weiterer Ton- und Videodokumente, die von der Region Piemont finanziell großzügig unterstützt werden. Als neues Mitglied der IALHI konnten Petra Adriana und Horacio Tarcus vom Centro de Documentaciòn e Investigaciòn de la Cultura de Izquierdas en la Argentina(CeDinCi) begrüßt werden.(http://www.cedinci.org/). Sie berichteten über die lange linke Tradition in Argentinien und die Quellen, die trotz politischer Repression und
Konferenzband
Zwischen politischer Bildung und gewerkschaftlichem Auftrag : Bericht über die 38. IALHI-Tagung vom 5. bis 8. September 2007 in Rom
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten