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Länderanalyse Ungarn : Strukturen eines postkommunistischen Transformationslandes
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Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Internationale Politikanalyse 1 Michael Ehrke * Länderanalyse Ungarn: Strukturen eines postkommunistischen Transformationslandes Die wirtschaftliche Entwicklung wird in Ungarn von ausländischen Direkt­investitionen dominiert, was maßgeblich zur Modernisierung der Produktion, exportorientiertem Wachstum und zur internationalen Integration der Wirt­schaft beigetragen hat. Die Nachteile sind: das Wachstum ist importintensiv, die positiven Auswirkungen auf die Beschäftigung schwach und der Staats­haushalt defizitär. Die Gesellschaft ist sozial und strukturell atomisiert und die Grundstim­mung von einer tiefen Unzufriedenheit geprägt. Neben dem modernen Ex­portsektor existiert eine große lokale Rest-Wirtschaft, die mit der Dynamik des modernen Sektors nicht mithalten kann. Ebenso bietet das inkohärente Sozialsystem keine ausreichende soziale Absicherung. Die Politik war nicht in der Lage, die Defizite des Wachstumsmusters zu korrigieren. Die politischen Kräfte sind extrem polarisiert und dadurch nur bedingt handlungsfähig. Das Jahr 2006 war sowohl wirtschaftlich als auch politisch ein Krisenjahr. Der defizitäre Haushalt zwang zu einem harten Sparkurs und eine andau­ernde parteipolitische Polarisierung und gewaltsamer rechtsextremistischer Protest drückten politische Probleme aus, wie sie in ganz Zentraleuropa prä­sent sind. Die positive Perspektive Ungarns: Die zwar einseitige aber positive wirt­schaftliche Entwicklung und die EU tragen dazu bei, dass der Schock des Sparprogramms schnell überwunden wird und die lokale Wirtschaft langfris­tig vom Exportboom profitiert. Die negative Perspektive: Eine nicht mehr vorhersehbare Politik provoziert den Abbruch der wirtschaftlichen Entwick­lung. OKTOBER 2007