Druckschrift 
Eine Schule für alle - verschläft das schwedische Erfolgsmodell seinen Innovationsvorsprung?
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

N ORDIC C OUNTRIES Nordic Countries Dezember 2007 Office Stockholm Västmannagatan 4 11124 Stockholm Tel. 004684546592 Fax: 004684546595 email: info@fesnord.se 7- 2007 Eine Schule für alle ­verschläft das schwedische Erfolgsmodell seinen Innovationsvorsprung? von Peer Krumrey In einem Atemzug mit PISA Musterschüler Finnland fällt oft auch der Name Schwe­dens, wenn es in der innerdeutschen Diskussion um erfolgreiche und zukunftsgerich­tete Bildungspolitik geht. Ein näherer Blick auf die Verhältnisse zeigt jedoch, dass diese Sichtweise recht unreflektiert ist und das schwedische Schulsystem inzwischen vor weit reichenden Herausforderungen steht. Bei unserem nordischen Nachbarn gibt es seit geraumer Zeit eine öffentliche Diskussion über den Reformbedarf an Schulen, die auch für die deutsche Debatte Anregungen enthalten dürfte. In der aktuell veröffentlichten PISA-Studie des Jahres 2006 mit dem Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften hält Schweden zwar sein Bildungsniveau der Vorjahre, verliert im Vergleich zu anderen Ländern aber an Boden. Abgesehen von der Lese­fähigkeit, wo das Land weiterhin über dem OECD-Durchschnitt liegt, reihen sich die schwedischen Schüler nun im OECD­Durchschnitt ein und fallen damit unter anderem auch hinter die Ergebnisse der deutschen Altersgenossen zurück. Schon im Abschlussbericht der 2003er Untersu­chung lag Schweden mit seinen Ergebnis­sen zwar noch über denen des OECD Durchschnitts und damit besser als Deutschland, aber doch weit entfernt von den Resultaten der PISA-Spitzenreiter. Seit Beginn der internationalen Ver­gleichsuntersuchungen gehört Schweden damit zu den Verliererländern. Im Gegensatz zur deutschen Debatte fand dieses Abschneiden in der Öffentlich­keit wie auch schon das im Jahr 2000 we­nig Aufmerksamkeit. Dennoch war eine breite Unzufriedenheit mit dem gegenwär­tigen schwedischen Schulsystem offenbar latent vorhanden, da das Thema im Wahl­ Peer Krumrey, M.A. in Politikwissenschaften und Skandinavistik der Humboldt-Universität zu Ber­lin. Er arbeitete im Jahr 2007 als Honorarkraft im FES Büro für die Nordischen Länder in Stockholm. 1