Dezember 2007 Biotreibstoff aus Palmöl- Klimaschutz oder ökologischer Bumerang? Der Fall Indonesien Julia Schad, Timm Schindler, Erwin Schweisshelm, FES Jakarta • Die weltweit steigende und profitable Nachfrage nach Biotreibstoffen aus Palmöl wird zu einem raschen Wachstum der Produktionsstätten in Indonesien führen. • Die Befürworter erhoffen sich davon Alternativen zur Energiegewinnung, Arbeitsplätze und steigende Exporteinnahmen. • Die Gegner führen eine negative Ökobilanz, gravierende Einschnitte in die Natur und negative soziale Auswirkungen für viele Menschen in Indonesien ins Feld. • Ein Mittelweg ist derzeit nicht erkennbar, wenn es einen solchen denn überhaupt gibt. Die Debatte zu Klimawandel und Umweltschutz ist das beherrschende Thema der internationalen Politik. Wirtschaftliche Akteure und Menschenrechtsgruppen bestimmen dabei die Debatte über effiziente Energiesicherheit sowie ökologische sowie soziale Entwicklung. Rasante technologische Entwicklungen und der weltweit steigende Energiebedarf erfordern eine effiziente und gleichzeitig klimafreundliche Energiegewinnung. Seit einigen Jahren wird deshalb auch die Verwendung pflanzlicher Energieträger zur Treibstoffgewinnung forciert. Gegenwärtig ist die globale Nachfrage enorm, nicht zuletzt da Beimischungsvorschriften und Steuervergünstigungen für Biotreibstoff besonders in Europa und den USA eingeführt wurden. Gleichzeitig wird diese Entwicklung hinsichtlich ihrer Umwelt-, Klima- und Menschenrechtsverträglichkeit kritisiert. Globaler Klimaschutz und lokale Ökobilanz stehen also hierbei im Streit. Tropenländer und Palmölproduktion Die acht größten Industriestaaten(G8) haben sich bei ihrem Gipfeltreffen im Mai 2007 das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2050 den Kohlenstoffdioxidausstoß um 50% zu reduzieren, sowie den Anteil von erneuerbaren Energien bis 2020 wesentlich auszuweiten. Vor dem Hintergrund steigenden Energiebedarfes der Industriestaaten und des Ölpreisanstieges scheinen Biokraftstoffe für die Umsetzung dieser Pläne großes Potential zu bieten. Als mittel- und langfristige Lösung wird daher insbesondere Palmöl für die Biodieselproduktion favorisiert 1 . Die Ölpalme(Elaeis guineensis) dient als Grundlage für Produkte wie Seife, Margarine und Schnaps. Jedoch ist das Palmöl selbst am wichtigsten, da es zur industriellen Energiegewinnung genutzt wird. Die ertragreichste Ölpflanze der Welt kann jedoch nur in tropischen Gebieten angebaut werden. Das Rapsöl aus dem industriellen Norden, das bisher auch als pflanzlicher Energieträger genutzt wurde, ist teurer(ca. 25 Eurocent pro Liter) und liefert nicht so viel Biodiesel wie das Palmöl. Hinzu kommt, dass die Anbauflächen in Europa und besonders auch in Deutschland begrenzt sind. Unter Hinweis auf eine konkurrierende Nahrungsmittelindustrie und den Naturschutz warnt der Sachverständigenrat für Umwelt(SRU) vor einer Ausweitung des Anbaus in Deutschland. Das günstige Palmöl 1 Per Richtlinie soll der Anteil von Biotreibstoff z.B. in der EU bis 2010 5,75% und bis 2020 8% erreichen.
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Biotreibstoff aus Palmöl - Klimaschutz oder ökologischer Bumerang? : Der Fall Indonesien
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