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Portugal: ein Frühlingsmärchen : Portrait eines unglaublichen Demokratisierungsprozesses ; Referat im Rahmen des internationalen Symposiums der Korea Democracy Foundation und Friedrich-Ebert-Stiftung zum 20. Jahrestag des Juni-Aufstandes, "Politische Entwicklung nach der Demokratisierung: Die Erfahrungen und Erinnerungen von Korea, Spanien, Portugal und Griechenland", Seoul, 18. Juni 2007
Entstehung
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Portugal: Ein Frühlingsmärchen. Portrait eines unglaublichen Demokratisierungsprozesses Prof. Dr. Mónica Alves Dias Tischler Catholic University of Portugal In der Chaostheorie, die die heutige Wissenschaft prägt, sagt man gewöhnlich, dass ein Flügelschlag eines Schmetterlings auf der einen Seite der Erde, auf der anderen Erdhalbkugel einen Sturm auslösen kann. Für die Politikwissenschaft gilt dieses Gesetz sicherlich auch, zumindest, wenn man an die Auswirkungen des portugiesischen Staatsstreiches am 25. April 1974 denkt: In kaum mehr als 24 Stunden stürzten eine handvoll junger Offiziere mittleren Ranges- völlig überraschend- eine rückwärts gewandte autoritäre Diktatur, die das Land 48 Jahre lang totalitär regiert hatte, und beendeten so ohne Blutvergießen das letzte europäische Überseeimperium, dass auf eine Geschichte von fast 500 Jahre zurückging. Die Ereignisse des 25. April, die fortan als Nelkenrevolution bezeichnet wurden(weil sie friedlich verlief und mit spontaner und jubelnder Beteiligung der Bevölkerung zählte, die sich den Soldaten in Feststimmung anschloss und Ihnen dabei Nelken schenkte), hatten aber auf der ganzen Welt weitreichende politische Konsequenzen. Samuel Huntington(1991) sah in der portugiesischen Revolution den Beginn einer "Dritten Demokratisierungswelle"(nach den Demokratisierungstendenzen von 1820 und 1945), denn die Revolution von 1974 gab den Auftakt zu politischen Veränderungen in anderen Ländern Europas(zum Beispiel in Spanien und in Griechenland), in Südamerika, aber auch in Afrika und Asien. Gleichzeitig wurde auch die Außenpolitik vieler westlicher Länder, allen voran der USA, stark beeinflusst und oft folgten den ausgelösten Befreiungsprozessen leider auch starke Konflikte, Terror und Kriege auf dem Weg zur Demokratisierung. Referat im Rahmen des internationalen Symposiums der Korea Democracy Foundation und Friedrich-Ebert­Stiftung zum 20 Jahrestag des Juni-Aufstandes,Politische Entwicklung nach der Demokratisierung: Die Erfahrungen und Erinnerungen von Korea, Spanien, Portugal und Griechenland, Seoul, 18. Juni 2007 1