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Das Kind am Markt
Entstehung
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April 2008 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Das Kind am Markt Die öffentliche Förderung gewinnorientierter Kleinkindbetreuung unter der Geschlechterperspektive Barbara Stiegler 1 Auf einen Blick Das Angebot an Kinderbetreuungsplätzen wird in Zukunft erhöht. Dabei sollen auch gewinnorientierte Anbieter eine staatliche Unterstützung erhalten. Eine solche staatliche Förderung gewinnorientierter Anbieter verstärkt aber eine Retraditionalisierung im Geschlechterverhältnis vor allem für weniger wohlhabende Eltern. Die Novellierung des SGB VIII(Kinderförderungs­gesetz(KiFöG)) liegt als Referentenentwurf aus dem Familienministerium vor. Sie dient der Umsetzung bereits vereinbarter Ziele: Bis 2013 soll für jedes 3. Kind unter 3 Jahren ein Krippenplatz vorhanden sein. Nun geht es um die Gestaltung der Förderung für diejenigen, die Kinderbetreuung anbieten. Bis­lang sind dies zu 90% gemeinnützige Träger(Wohl­fahrtsverbände, Kirchen, Elterninitiativen), die übri­gen sind private Anbieter, überwiegend Betriebe, die einen Betriebskindergarten finanzieren. Vereinzelt gibt es auch gewinnorientierte Unternehmer, die eine Kita betreiben. Im Gesetzesentwurf ist vorgese­hen, dass diese privaten, gewinnorientierten Anbie­ter generell öffentliche Mittel bekommen sollen. Dieser Vorschlag wird kontrovers diskutiert. Im Fol­genden werden die geschlechterpolitischen Konse­quenzen einer solchen Förderung analysiert. Eine gleichstellungsorientierte Familienpolitik orientiert sich nicht nur am Wohl der Kinder, son­dern auch an der Herstellung von mehr Geschlech­tergerechtigkeit. Deshalb ist ihr Leitbild die gleiche Beteiligung von Müttern und Vätern an der privaten und an der bezahlten Arbeit. Das männliche Ernäh­rermodell widerspricht diesem Leitbild. Das Ernäh-