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Neue Brücken über den Atlantik? : Transnationale Strategien der US-Gewerkschaften
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FOKUS AMERIKA Büro Washington Dr. Almut Wieland-Karimi 1023 15 th Street NW,# 801 Washington, DC 20005 USA Tel.:+1 202 408 5444 Fax:+1 202 408 5537 fesdc@fesdc.org www.fesdc.org Nr. 5/ 2007 Neue Brücken über den Atlantik? Transnationale Strategien der US-Gewerkschaften Thomas Greven 1 Trotz der Spaltung in zwei Dachverbände haben die zum Teil existenzbedrohten US­amerikanischen Gewerkschaften mit dem Sieg der Demokraten bei den Kongress­wahlen im November 2006 einen bedeutenden Erfolg errungen. Den Lohn für die beispiellose Mobilisierung ihrer Mitglieder werden sie aber wahrscheinlich erst unter einer Demokratischen Regierung einfahren, welche gewerkschaftsfreundliche Ge­setze wie den Employee Free Choice Act verabschieden könnte. Gewerkschaften beider Dachverbände haben in der Situation der Schwäche ihre grenzüberschreitenden Aktivitäten verstärkt, allerdings auf unterschiedliche Weise. Während AFL-CIO-Gewerkschaften eher defensiv agieren und mit transnationalen strategischen Druckkampagnen bestehende tarifliche Errungenschaften gegen unter­nehmerische Angriffe zu verteidigen suchen, nutzen die Gewerkschaften der Change to Win Federation(CTW) die gleiche Kampagnenstrategie zumeist offensiv, um neue Mitglieder zu gewinnen. Ob primär offensiv oder primär defensiv, die grenzüberschreitende Suche nach Druckmitteln führt oft dazu, dass US-Gewerkschaften durch ihre Kampagnen­aktivitäten in anderen Ländern erhebliche Irritationen auslösen, nicht zuletzt bei den Gewerkschaften, die sie um Unterstützung bitten. Insbesondere europäische Gewerk­schaften kritisieren die US-amerikanischeEinbahnstraßen- und Telefonanruf­solidarität. Diese Kritik wird seit einiger Zeit ernst genommen. Es sind Bemühungen erkennbar, stärker als zuvor in den Aufbau stabiler internationaler gewerkschaftlicher Netzwerke zu investieren. Die Institutionalisierungsbemühungen, die prinzipiell der europäischen Gewerkschaftskultur eher entsprechen als der voluntaristischen US-amerikanischen, reichen von unternehmens- und branchenbezogenen Netzwerken über die langfristige Entsendung hauptamtlicher Koordinatoren bis hin zu Diskussionen über transatlan­tische Gewerkschaftsfusionen.