Druckschrift 
Krankenversicherung für alle : das US-amerikanische Gesundheitswesen und die Wahlen 2008
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

FOKUS AMERIKA Büro Washington Dr. Almut Wieland-Karimi 1023 15 th Street NW,# 801 Washington, DC 20005 USA Tel.:+1 202 408 5444 Fax:+1 202 408 5537 fesdc@fesdc.org www.fesdc.org Nr. 3/ 2008 Krankenversicherung für alle: Das US-amerikanische Gesundheitswesen und die Wahlen 2008 Karen Davenport 1 Die Vereinigten Staaten geben 16 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die Gesund­heitsfürsorge aus und trotzdem besitzen 47 Millionen US-Amerikaner keine Krankenver­sicherung. Nichtversicherte Personen erhalten nicht die notwendige Versorgung. Die In­anspruchnahme von Leistungen ohne Versicherung führt zu höheren Versicherungsko­sten für andere Bürger. Die stark ansteigenden Kosten im gegenwärtigen US-amerikanischen Gesundheitswe­sen beeinträchtigen die Unternehmensentwicklung, verringern die wirtschaftliche Wett­bewerbsfähigkeit des Landes und stellen für Familien ein finanzielles Risiko dar. Die PräsidentschaftskandidatInnen haben Vorschläge zur Gesundheitsreform unterbrei­tet, die zur Kostendämpfung und zur Erweiterung des Versicherungsschutzes beitragen sollen. Die beiden Hauptansätze sehen entweder die Erweiterung der staatlichen Programme vor oder es wird ein Wechsel vom arbeitgeberabhängigen Versicherungsschutz zur privaten Krankenversicherung propagiert. Im Laufe der letzten 18 Monate hat die Be­sorgnis der Wähler hinsichtlich der Gesund­heitsfürsorge derart zugenommen, dass diese zu einem herausragenden innenpoliti­schen Wahlthema für die kommenden Prä­sidentschaftswahlen geworden ist. Und das aus gutem Grund: Das Gesundheitswesen ist ein gewichtiger und expandierender Fak­tor der US-amerikanischen Wirtschaft. Die Kosten für Krankenversorgung bedrohen die finanzielle Sicherheit vieler Familien und Amerikas globale Wettbewerbsfähigkeit. Die drei aussichtsreichsten Präsident­schaftskandidatInnen haben eigene Vor­schläge eingebracht, wie das amerikanische Gesundheitswesen den Versicherungs­schutz auf einen größeren Personenkreis ausdehnen könnte bei gleichzeitiger Dämpfung der ausufernden Kosten. Um ihren jeweiligen Ansatz einordnen zu kön­nen, muss man jedoch das fragmentierte US-amerikanische Gesundheitswesen in seinen Grundzügen verstehen.