POLICY PAPER Juni 2008 Die Würde des Menschen ist unantastbar Religiöse und demokratische Werte im Spannungsfeld internationaler Politik Moderne westliche Gesellschaften werden von zwei scheinbaren Gegensätzen herausgefordert: Relativismus und Fundamentalismus. Während auf der einen Seite vor der„Diktatur des Relativismus“ gewarnt wird, steht auf der anderen Seite die Bedrohung der pluralistischen Demokratie durch fundamentalistische Bewegungen. Mit seinem Versprechen moralischer und religiöser Sicherheit ist der Fundamentalismus auch als Reaktion auf Relativismus und Wertepluralismus zu verstehen. Insofern sind Fundamentalismus und Relativismus gewissermaßen zwei Seiten derselben Medaille. Wie können wir aber das moralisch und ethisch Richtige begründen, ohne in Beliebigkeit oder Rigidität zu verfallen? Die Sinnsuche zwischen Relativismus und Fundamentalismus ist nicht allein eine akademische Angelegenheit, denn beide Prinzipien beeinflussen politisches Handeln auf nationaler und internationaler Ebene. Dabei ist insbesondere das Verhältnis von Religion und Politik von Interesse. Die Integrationsdebatte in Deutschland, der Streit über die Mohammed-Karikaturen, aber auch die Kampagnen christlicher Fundamentalisten in Amerika gegen die Abtreibung zeugen von Wertekonflikten, auf die unsere Gesellschaften Antworten finden müssen, ohne in Beliebigkeit einerseits oder Fundamentalismus andererseits abzugleiten.
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Die Würde des Menschen ist unantastbar : religiöse und demokratische Werte im Spannungsfeld internationaler Politik
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