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Der Populismus der Aufklärung : Obama und die transatlantische Linke: wieder gehen und kämpfen lernen
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Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Werner A. Perger Der Populismus der Aufklärung Obama und die transatlantische Linke: wieder gehen und kämpfen lernen Amerikas»progressives« und Europas sozialdemokratische Linke pfleg­ten im 20. Jahrhundert einen intensiven Austausch sozialpolitischer Ideen. Die bekanntesten Produkte dieses Ideentransfers sind das US-Reformpro­jekt des New Deal sowie der transatlantische Dritte Weg von Clinton, Blair und Schröder. Doch mit dem Verlust der Regierungsstellung in den USA und in den meisten EU-Ländern kam der transatlantische Austausch pro­gressiver Ideen zum Erliegen. Dieser Text versucht mit der Untersuchung des US-Wahlkampfs einen Neuanfang. Linker Populismus mit Augenmaß ist die methodische Grundlage der Wahlkampagne des Demokraten Barack Obama. Er stützt sich dabei auf eine breite gesellschaftliche Koalition. Zentrale Bedeutung kommt dabei den Gewerkschaften zu. Ihre Basisarbeiter(»organizer«) sind das perso­nelle Rückgrat des Obama-Wahlkampfs. Arbeiterbewegung, gemeinnüt­zige Organisationen und die demokratische Mehrheit im Kongress sollen unter Obamas Führung die»neue Koalition für eine grüne Gesellschaft« in den USA bilden vielleicht auch ein Modell für Europas Sozialdemokratie. Das besondere Merkmal der»progressives« in den USA im Vergleich zur demokratischen Linken in Europa ist die strategische Mischung aus utopischem Anspruch und praktischer Vernunft. Ihre Kapitalismuskritik ist radikal. Im Kampf um Gewerkschaftsrechte, gute Arbeit und soziale Ge­rechtigkeit sind jedoch taktische Flexibilität und inhaltliche Kompromiss­bereitschaft ebenso wichtig. Dieser»visionäre Pragmatismus« setzt auf schrittweisen Wandel im Kapitalismus. Oktober 2008