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Schon drinnen oder noch draußen? : Soziale Ausgrenzung und Aktivierung im internationalen Vergleich
Entstehung
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Oktober 2008 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Schon drinnen oder noch draußen? Soziale Ausgrenzung und Aktivierung im internationalen Vergleich 1 Werner Eichhorst und Regina Konle-Seidl 2 Auf einen Blick National wie international ist Erwerbs­losigkeit die wichtigste Einzelursache für Armut und soziale Ausgrenzung. Dabei erhöht nicht nur verfestigte Erwerbslosigkeit die Gefahr der sozialen Ausgrenzung, sondern auch die Inaktivität von Personen im Erwerbs­alter, die weder beschäftigt noch offiziell arbeitslos gemeldet sind. Da das Ausmaß von Erwerbslosigkeit und Inaktivität auch durch die Anspruchsberechtigung, die Leistungs­bemessung und die Zuteilungspraktiken sozial­staatlicher Institutionen determiniert wird, kommt der aktivierenden Ausgestaltung der sozialen Sicherungssysteme eine besondere Bedeutung bei der Vermeidung von Armut und sozialer Ausgrenzung zu. Der internatio­nale Vergleich zeigt, dass es keine Alternative zur Aktivierung von erwerbsfähigen Leistungs­beziehern gibt. Über dasFordern und För­dern von immer mehr Personen im Erwerbs­alter hinaus sollten die Prioritäten auf der politischen Ebene aber noch stärker auf eine vorsorgende Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik gelegt werden. Teilhabe und Ausgrenzung Soziale Ausgrenzung ist ein mehrdimensionales Phä­nomen, das nicht nur die materielle Seite umfasst, sondern gesellschaftliche Teilhabe in einem weite­ren Sinn. Ausgrenzung auf der einen Seite, aber auch Inklusion auf der anderen sind als Endpunkte auf einem Kontinuum anzusehen, bei dem es zahlreiche Abstufungen gibt. Nicht jeder Transferbezug ist de­finitiv mit Ausgrenzung gleichzusetzen, nicht jede Form der Erwerbstätigkeit bedeutet gleichzeitig In­klusion. Als wichtigste nationale und internationale Kennzahl für Ausgrenzung ist dauerhafte Einkom­mensarmut anzusehen. Die Datenlage in anderen Dimensionen von Teilhabe und Ausgrenzung ist nach wie vor beschränkt. National wie international ist Erwerbslosigkeit, insbesondere Langzeitarbeits­losigkeit, die wichtigste Einzelursache für Armut und soziale Ausgrenzung. Je länger Arbeitslosigkeit oder Inaktivität andauert, um so eher tritt Einkom­mensarmut auf und um so schwieriger wird die Reintegration in existenzsichernde Arbeit. Zwar können soziale Sicherungssysteme durch die Gewährung von Einkommensersatzleistungen die Einkommensarmut begrenzen, jedoch besteht