Obama schreibt Geschichte: Großer Sieg für die Demokratie und die Demokraten Der erste Afro-Amerikaner wird im Januar 2009 mit seiner Familie ins Weiße Haus einziehen. Endlich. Damit, so schreibt Tom Friedman in der New York Times vom 5.11., sei der 1861 begonnene Bürgerkrieg beendet. Dies ist ein großer Sieg für die Bürgerrechtsbewegung und die Gleichstellung von ethnischen Minderheiten in den USA. Es ist auch ein großer Sieg für die Demokratie. 130 Millionen Menschen oder 66 Prozent der Wahlberechtigten haben gewählt, dies ist die größte Wahlbeteiligung in den vergangenen 100 Jahren. Viele junge, aber auch einige ältere Menschen und viele Afro-Amerikaner sind das erste Mal in ihrem Leben zur Wahl gegangen. Und alle, die man traf, waren stolz auf den “I voted” Anstecker, den sie gestern erhielten. Obama schlug bei seiner Siegesrede in Chicago den Bogen zur US-amerikanischen Verfassung: Wer auch immer am Amerikanischen Traum und den Idealen der Gründerväter gezweifelt habe, bekomme diesen Abend als Antwort. Vor allem drei Aspekte haben zum deutlichen Sieg Obamas geführt: Erstens: Seine eigene Entschlossenheit und sein Charisma sowie die an Strategie und Technologie bisher einmalige Wahlkampagne mit 600 Millionen US-Dollar an Spenden und über einer Million freiwilliger Helfer. Zweitens: Die Unzufriedenheit der US-Bürger mit der Bush-Administration, die zwei Kriege in Irak und Afghanistan, keine Antworten auf den Klimawandel, ein immenses Haushaltsdefizit und eine nie da gewesene Ablehnung der US-amerikanischen Politik weltweit hinterlässt. Seit Franklin D. Roosevelt im Jahr 1933 Präsident wurde, hat kein Präsident mehr eine so schwerwiegende und lange Liste an Herausforderungen von seinem Vorgänger übernommen. Vielleicht führen aber besondere Herausforderungen auch zu herausragenden Leistungen? Drittens: Ein Finanzdesaster von noch immer unbekanntem Ausmaß. John McCain scheint die Auswirkungen unterschätzt zu haben, als er nach den ersten vergleichsweise harmlosen Meldungen verkündete, die Fundamente der US-amerikanischen Wirtschaft seien stark. Traditionell wird den Demokraten mehr Wirtschaftskompetenz zugetraut und diese ist auch dringend nötig. Die Menschen wollen, dass die Finanzmärkte besser reguliert werden und dass ein starker Staat dabei eine Rolle spielt. Dies hat auch zu einem großen Sieg für die Demokratische Partei im Kongress geführt, die in beiden Häusern eine große Mehrheit haben wird. www.fesdc.org
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