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Den Crash überleben : Brasiliens Weg aus der Finanzkrise
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BRASIL INFO November 2008 Den Crash überleben Brasiliens Weg aus der Finanzkrise Jochen Steinhilber BRIC, RICH und TRIC waren in den vergangenen Monaten die Stars in den Foren, Blogs und Magazinen der Finanzwelt. Die Schwellenländer-Fonds galten als das Ticket ins Morgenland und versprachen angesichts der dynamischen ökonomischen Entwicklung in Ländern wie China, Indien, Brasilien, aber auch der Türkei rasche Zuwächse. Kurz sah es so aus, als könnten die Fondsmanager Recht behalten mit der These, dass das Wachstum zumindest in den großen Schwel­lenländern schon soweit eine Eigendynamik entwickelt hätte, dass starke Einbrüche selbst bei einer Konjunkturabschwächung in den USA und Europa nicht zu erwarten seien. Im ersten Halbjahr 2008, also ungefähr ein Jahr nach Beginn der Finanzkrise, hatten die Schwellenländer weiterhin flotte Wachstums­zahlen zu verzeichnen, darunter auch Brasili­en mit einem Anstieg von 6,1% im zweiten Viertel 2008. Und auch von der eigentlichen Entkopp­lungsthese, wonach sich die Finanzmärkte zunehmend von der Realwirtschaft unabhän­gig entwickeln und demnach im Rückschluss auch die Auswirkungen der Krisenerschei­nungen in der Finanzsphäre auf die Ökono­mien relativ begrenzt wären, war oft zu lesen. Tatsächlich spielen die Schwellenländer im Vergleich zu den USA und Europa im Casino Royal mit wesentlich niedrigeren Einsätzen und auch die soliden Fundamentaldaten eini­ger dieser Länder konnten als Anhaltspunkte dafür gelten, dass die Länder gut gerüstet sei­en. Jedoch ist der Moment der süßen Genug­tuung(und der Hoffnung), dass dieses Mal die entwickelten Märkte für die Krise verantwort­lich sind und deren Phänomene wie Wäh­rungsverfall, Bankenpleiten, Kreditklemme und Sicherungsfonds auch auf London, Frankfurt und New York beschränkt bleiben, rasch verstrichen. Globaler Kapitalismus bedeutet Integra­tion der Märkte, und die Einbindung der Schwellenländer sowohl in die globalen Wirt­schafts- als auch Finanzstrukturen ist in den vergangenen Jahren stark voran geschritten. Statt Entkopplung breitet sich nun die Krise vom Zentrum zu den Rändern aus. Während sich innerhalb von sechs Jahren der Wert der Aktienmärkte in den BRIC fast verfünffacht