Druckschrift 
Partnerschaften 2. Klasse? : Der Kampf um die Homo-Ehe im US-Wahljahr 2008
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

FOKUS AMERIKA Büro Washington Almut Wieland-Karimi 1023 15 th Street NW,# 801 Washington, DC 20005 USA Tel.:+1 202 408 5444 Fax:+1 202 408 5537 fesdc@fesdc.org www.fesdc.org Nr. 7/ 2008 Partnerschaften 2. Klasse? Der Kampf um die Homo-Ehe im US-Wahljahr 2008 Lara Schwartz and Rebekah DeHaven 1 In den USA kämpfen gleichgeschlechtliche Paare für das Recht zu heiraten, um die gleichen Steuer­vergünstigungen, den gleichen Schutz und die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare zu genießen. Eingetragene Partnerschaften( Civil Unions) sind, ihrer Meinung nach, keine angemessene Alternative zur Eheschließung, da diese keine der für die Ehe geltenden 1.138 Bundesleistungen und Schutzrege­lungen vorsehen. Umfragen im Vorfeld der Wahlen 2008 ergaben, dass weder Gerichtsurteile zugunsten von Homo­Ehen noch Volksabstimmungen über Verfassungszusätze( Amendments) zu ihrer Einschränkung die Wahlentscheidung für Barack Obama oder John McCain maßgeblich beeinflusst haben. Auch die Po­sition der Kandidaten für oder gehen Homosexuellenrechte hatte keinen nachweisbaren Einfluss auf den Wahlausgang. Die Volksabstimmung in Kalifornien, durch die das Recht gleichgeschlechtlicher Paare auf Ehe­schließung abgeschafft wurde, ist ein großer Rückschritt für die Bewegung für eheliche Gleichstel­lung. Der mit knapper Mehrheit angenommene Verfassungszusatz fand breite Unterstützung unter den religiösen und afroamerikanischen Wählern. In den letzten Jahren hat die Unterstützung der rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Part­nerschaften insgesamt stark zugenommen. Die Mehrheit der Öffentlichkeit ist der Meinung, dass les­bische und schwule Paare das Recht auf Eheschließung oder Gründung einer Civil Union haben soll­ten. Auch viele Kandidaten für öffentliche Ämter befürworten die Anerkennung homosexueller Part­nerschaften. Warum kämpfen schwule und lesbische Paare für die eheliche Gleichstellung? Als Minderheit waren Homosexuelle in Amerika durch die afroamerikanische Bürgerrechtsbewe­gung inspiriert. In den sechziger Jahren began­nen sie damit, gemeinsam für soziale und politi­sche Gleichbehandlung zu kämpfen. Der Erfolg von Dr. Martin Luther King, Jr. war ein Schlüs­selfaktor für das plötzliche Aufwallen der Bewe­gung für Homosexuellenrechte nur wenige Jahre später. Die Bewegung findet ihre Anfänge in den so genanntenStonewall-Aufständen im New Yorker Stadtteil Greenwich Village. Im Sommer 1969 begann die Polizei, in Kneipen ohne Lizenz Razzien durchzuführen, darunter in The Stone-