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Neuer Fortschritt ist möglich : ein Jahrhundert der Nachhaltigkeit oder ein Jahrhundert der Gewalt
Entstehung
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Michael Müller Neuer Fortschritt ist möglich Ein Jahrhundert der Nachhaltigkeit oder ein Jahrhundert der Gewalt Neuer Fortschritt ist möglich Ein Jahrhundert der Nachhaltigkeit oder ein Jahrhundert der Gewalt Von Michael Müller Die Politik ist gefordert Günter Grass trug vor der SPD-Bundestagsfraktion seine Sicht der politischen Lage vor. Besonders heraus stellte der Literaturnobelpreisträger einen Satz aus dem neuen Grundsatzprogramm der SPD: Dieses Jahrhundert wird entweder ein Jahrhundert des sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Fortschritts, der allen Menschen mehr Wohlfahrt, Gerechtigkeit und Demokratie eröffnet. Oder es wird ein Jahrhundert erbitterter Verteilungskämpfe und entfesselter Gewalt. Nach Grass beschreibt er die Zuspitzung unserer Zeit. Die Schlüsselfrage der Moderne ist die soziale Bändigung von Gewalt. Ihre Zivilisierung erfordert nach Norbert Elias eine soziale Verregelung der Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft. Nach harten Auseinandersetzungen wurde im letzten Jahrhundert der Sozialstaat erkämpft, der Wohlfahrt, Beschäftigung und Demokratie miteinander verband. Heute müssen dafür neue Wege gegangen werden. Denn nachdem im 19. Jahrhundert die menschliche Arbeitskraft ausgebeutet wurde, konn­ten im 20. Jahrhundert die soziale Frage und das Beschäftigungsproblem nicht zuletzt durch eine gigantische Ausplünderung der Natur entschärft werden. Das ist heute vorbei. Mit dem gewaltig gestiegenen Verbrauch der natürlichen Ressourcen wird immer deutlicher: Die Naturvergessenheit holt uns in aller Schärfe ein. Im letzten Jahr hat der vom Menschen verursachte Klimawandel die Schlagzeilen beherrscht, in diesem Jahr werden es steigende Energie- und Roh­stoffpreise sein. Und künftig wird der Handlungsdruck gewaltig sein, wenn die nachholende Natur­zerstörung großer, bevölkerungsreicher Erdregionen fortgesetzt wird. Das heißt: Den bisherigen Weg von Wachstum und Modernisierung können wir nicht mehr fortsetzen. Wir müssen neue Wege gehen, auch um die erreichten sozialen Errungenschaften nicht zu verspielen. In der Globalisierung wird ein gutes Leben nur möglich werden, wenn die Dynamik der Wirtschaft in Einklang gebracht wird mit den sozialen, ökologischen und kulturellen Anforderungen an ein gutes Leben für alle. Das ist zuerst eine Herausforderung an die Politik. Dafür müssen die Produk­www.fes-online-akademie.de Seite 1 von 14