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Per SMS ins Weiße Haus : Obama und die Neuen Medien
Entstehung
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FOKUS AMERIKA Almut Wieland-Karimi 1023 15 th Street NW,# 801 Washington, DC 20005 USA Tel.:+1 202 408 5444 Fax:+1 202 408 5537 fesdc@fesdc.org www.fesdc.org Nr. 1/ 2009 Per SMS ins Weiße Haus- Obama und die Neuen Medien Garrett M. Graff 1 Obama konnte Dank seines Instinktes für die neuesten Medien eine Maschinerie in Gang setzen, die traditionelle Wahlkampfmethoden mit modernsten Techniken verband, um nicht nur die Stammwähler zu mobilisieren, sondern Millionen von neuen Wählern zu gewinnen. Die Quintessenz der Kampagne war Obamas Methode Botschaft, Geld und Mobilmachung zu verei­nen. Dafür das Internet zu nutzen, schien für ihn ohne Frage. Zu behaupten, Obama habe die Wahl dank des Internets gewonnen, wäre allerdings eine grobe Vereinfachung. Richtiger hingegen ist si­cherlich die Annahme, dass er sie ohne das Internet nicht hätte gewinnen können. Auch wie Obama seine Botschaften mitteilte, war Dank eines umfangreichen Wahlkampfteams und zehntausenden Freiwilligen ein Erfolg. So konnten Einzelschicksale zu beliebigen Themen dokumen­tiert werden, um sie dann beispielhaft und auf erzählerische Art und Weise darzustellen. Barack Obama mobilisierte unzählige Menschen indem er sie verbündete und motivierte, ihm bei seinem Wahlkampf zur Seite zu stehen. Darüber hinaus gelang es ihm durch ein ausgeklügeltes Sys­tem, Kontakte zu pflegen und Millionen von Menschen je nach Interessen und Vorlieben anzuspre­chen. In der Endphase des Wahlkampfs zog Obama dann noch einmal alle Web-Register und mobilisierte seine Wähler durch die engen Verknüpfung von Online-Profilen, SMS und Live-Übertragungen im Internet, was ihm am Ende den Einzug ins Weiße Haus ermöglichte. Eines sollte zunächst einmal vorweggeschickt werden: In jeder anderen Wahl hätte Barack Obama verloren. Als junger, unbekannter Politi­ker kandidierte er gegen die etablierteste, mäch­tigste und am besten finanzierte demokratische Maschine der modernen Geschichte: die Clinton­Familie. Wie schaffte es ein Mann, der erst vier Jahre zuvor aus dem Senat des Bundesstaates Illinois hervorgegangen war, sich mit einem überwältigenden Wahlsieg, in dem er zwei der bekanntesten Persönlichkeiten der US-ameri­kanischen Politik, Hillary Clinton und John Mc­Cain besiegte, ins Weiße Haus zu katapultieren? Wie gelang ihm ein sagenhafter Vorsprung von fast 200 Wahlmännerstimmen und 8,5 Millionen Wählerstimmen, und wie schaffte er es, ganze