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Die Finanzkrise ist auch in Indonesien angekommen
Entstehung
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Die Finanzkrise ist auch in Indonesien angekommen bêïáå=pÅÜïÉá ÜÉäã= Den Zusammenbruch der Lehman-Bank in den USA hätte man in Indonesien fast übersehen. Der muslimi­sche Fastenmonat Ramadan und der sich daran an­schließende zweiwöchige kollektive Exodus aus Jakarta überdeckten das Geschehen. Dann ging man zunächst wie andere Schwellenländer davon aus, es werde schon nicht zu schlimm kommen und gerade Indonesien wähnte sich wegen seines Rohstoffreichtums relativ si­cher. Als dann aber die Rohstoffpreise, vor allem bei Öl und Gas, Palmöl(zweitgrößter Produzent), Kautschuk (zweitgrößter Produzent) oder Kaffee(an vierter Stelle in der Welt) nur noch den Weg nach unten kannten und die Exportnachfrage einbrach, war die Krise auch in Indonesien angekommen. und plötzlich stand wie­der das Gespenst der Asienkrise von 1998 im Raum. Vor 10 Jahren ist die indonesische Wirtschaft um 13% geschrumpft und es hat acht Jahre gedauert, bis sich das Land einigermaßen davon erholt hat. Dieses Trau­ma ist immer noch vorhanden. Zu vergleichen sind beide Krisen allerdings nur schwer. Während damals die Nachfrage aus Europa und den USA ungebrochen war und die Rohstoffpreise stabil blieben, handelt es sich diesmal um eine globale Krise, die etwa auch den für Indonesien so wichtigen Wirt­schaftspartner Japan erfasst hat. Und damals spielten vor allem der Abfluss von spekulativem Kapital und Wechselkursschwankungen eine große Rolle. Seitdem hat Indonesien aber seine Hausaufgaben gemacht. In einem sehr schmerzhaften Prozess wurde der Banken­sektor komplett restrukturiert, es wurden Kontrollen eingezogen und indonesische Banken haben im Ge­gensatz zu ihren Gegenübern in den USA und Europa kaumtoxic assets in ihren Portfolios. Der Verschul­dungsgrad des Landes liegt bei 30%, 1998 lag der Wert dagegen bei 100%. Die Fachleute in der Regie­rung um Finanzministerin Mulyani und Zentralbankchef Boediono kennen die Probleme, dasWirtschaftsteam macht einen kompetenten Eindruck und vermittelt Ru­he und Optimismus. Als Mitglied derFinanz-G 20 ist man auch in die globale Verantwortung eingebunden. Die Stimulierung der Wirtschaft hat höchste Priorität. Spielräume bestehen, ein geplantes Konjunkturpaket wird das Haushaltsdefizit zwar von 1% auf 2.5% stei­gen lassen, was aber noch nicht kritisch ist. Überbrü­ckungskredite von der Weltbank, der Asian Develop­ment Bank, Japan und Australien sind zugesagt. Indo­nesien ist weniger von den Rückgängen der Exporterlö­se betroffen, denn die Integration in die Weltwirtschaft ist deutlich geringer ausgeprägt als bei vielen Nachbar­staaten: der starke Binnenmarkt lieferte bisher 65% des BIP, während der Exportanteil am BIP nur 29% beträgt (zum Vergleich: Malaysia 110%, Thailand 73%). Hinzu kommen gute Ernten in 2008 und damit ein höherer Grad an Selbstversorgung sowie eine nachlassende In­flation; bei einigen Gütern des täglichen Bedarfs sind die Preise sogar stark gesunken. Dennoch gibt es Parallelen zur Asienkrise. Auch heute wird die Finanzindustrie wieder betroffen sein. Das Kreditvolumen soll Schätzungen zufolge in 2009 um 26% schrumpfen, weil die Nachfrage nach Autos, Mo­torrädern oder im Bausektor stark nachlässt. Da in der Vergangenheit 80% dieser Anschaffungen auf Kredit erfolgten, muss man wohl Kreditausfälle befürchten, die sich aber in Grenzen halten werden(für 2009 wer­den Ausfälle von 5% erwartet). Die Zinsen sind mit 11­13% immer noch recht hoch. Der Index der Jakarta Stock Exchange ist seit Beginn 2008 um ca. 60% ge­sunken. Weiter stark betroffen ist die exportorientierte Indust­rie, hier vor allem Textilien, Schuhe, Bekleidung undlektronik, aber auch die traditionellen Rattanprodukte. Allerdings hat dazu auch beigetragen, dass vor allem im Textil- und Bekleidungssektor, von dem immer noch 2 Mio. Arbeitsplätze abhängen, die Wettbewerbsfähig­keit in den letzen Jahren stark gelitten hat. Man rech­net im Jahre 2009 mit einem Exportrückgang von ca. 17%, aber auch nur, wenn die Stützungsmaßnahmen in den großen Abnehmerländern greifen. Schließlich muss man auch mit einem deutlichen Rückgang der In­vestitionen rechnen. Inlandsinvestitionen waren bereits in 2008 um ca. 50% gesunken, ausländische Direktin-