Druckschrift 
Waffen, Gewalt und Nachbarschaft : wie der Drogenhandel Mexiko und die USA einander näher bringt
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

FOKUS AMERIKA Almut Wieland-Karimi 1023 15 th Street NW,# 801 Washington, DC 20005 USA Tel.:+1 202 408 5444 Fax:+1 202 408 5537 fesdc@fesdc.org www.fesdc.org Nr. 3/ 2009 Waffen, Gewalt und Nachbarschaft Wie der Drogenhandel Mexiko und die USA einander näher bringt Michael Werz 1 Die gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den mexikanischen Drogenorganisationen kosteten seit 2006 rund 10.000 Menschenleben. Die Zunahme der Gewalt hängt vor allem mit dem harten Durchgreifen der mexikanischen Bundesregierung zusammen, die viele Drogenorganisationen schwächte, die nun wiederum mit brutalen Gebietskämpfen versuchen, sich zu konsolidieren. Das US-Verteidigungsministerium hat Mexiko in einem Bericht als instabil bezeichnet. Mexiko ist jedoch weit davon entfernt, zu einem failed state zu werden, aber die staatlichen Institutionen stehen unter zunehmendem Druck. Hillary Clinton hat bei ihrem Besuch in Mexiko im März dieses Jahres geäußert, dass dieunersätt­liche Nachfrage nach Drogen in den USA wesentlich zur aktuellen Krise beitrage. Damit signali­sierte die Obama-Administration eine Umorientierung in ihrer Mexikopolitik. Reaktionen in den USA bestehen aus dem Einfrieren von Drogengeldern, umfassenderer Hilfe zur Bekämpfung der Drogenorganisationen und der Zerstörung von Nachschubwegen und Anbaugebie­ten(Mérida Initiative). Zudem hat eine politische Diskussion über die Misserfolge der vergangenen Jahre und eine zukünftige nachhaltige Drogenpolitik begonnen. Es zeichnet sich eine Verschiebung der US-amerikanischen außenpolitischen Interessen nach Süden und in den pazifischen Raum ab. Innen- und Außenpolitik sind in den Bereichen Drogen, Migration und Freihandel kaum noch voneinander zu trennen. Mexiko und die USA wachsen zusammen. In der letzten Märzwoche machte Hillary Clinton ihren Antrittsbesuch bei der mexikanischen Amtskollegin Patricia Espinosa. Clinton stellte sich im Anschluss an ihre Rede nicht nur kriti­schen Fragen der Journalisten, sondern sprach auch offen über die Mitschuld der USA an eska­lierender Drogengewalt.Wir haben akzeptiert, dass wir beide Verantwortung tragen, sagte sie, wir wissen sehr wohl, dass der Handel durch die Nachfrage nach illegalen Drogen in den Ver­einigten Staaten angeregt wird später sprach sie von einemunersättlichen Bedarf. 2 Solch selbstkritische Worte waren von Vertre­tern der US-Administration schon lange nicht mehr zu hören sie sind ein stillschweigendes