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Auswirkungen der finanz- und realmarktwirtschaftlichen Entwicklung auf die sozialen Sicherungssysteme
Entstehung
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Juni 2009 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Auswirkungen der finanz- und realmarktwirtschaftlichen Entwicklung auf die sozialen Sicherungssysteme Andreas Botsch 1 Auf einen Blick 2 Nach Jahren einschneidender Reformen stehen die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland in Folge der schwersten Wirtschaftskrise vor ihrer vermutlich größten Belastungsprobe der Nachkriegszeit. Derzeit besteht zwar noch kein akuter Alarm, da im Gegensatz zu überwiegend kapitalmarktfinan­zierten Systemen die tragenden Säulen der sozialen Sicherheit umlagefinanziert sind. Dennoch bedarf es angesichts der absehbaren Belastungen der öffentlichen Haushalte auch hierzulande einer längerfristigen Neuausrich­tung hin zu universellen sozialen Sicherungs­systemen, wie einer Bürgerversicherung (Gesundheit), einer Erwerbstätigenversiche­rung(Rente) oder dem Umbau der Arbeitslo­senversicherung zu einer Arbeitsversicherung. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Krise wer­den die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland in den kommenden Jahren einer schweren Belas­tungsprobe unterzogen. Unabhängig von Dauer und Ausmaß des zyklischen Einbruchs schlägt sich erfah­rungsgemäß eine Krise immer zeitversetzt auf dem Arbeitsmarkt und damit in der Beitragsfinanzierung der sozialen Sicherungssysteme nieder. Dies gilt so­wohl im Abschwung wie im Aufschwung. Bei stabil bleibender Abgabenquote müssen daher die steu­erlich finanzierten Zuschüsse steigen, um dasselbe Niveau sozialer Sicherheit zu gewährleisten. Wie die im Mai veröffentlichte Steuerschätzung zeigt 3 , wer­den die zu erwartenden Steuereinnahmen des Staates gleichzeitig dramatisch zurückgehen(2009 um ca. 45 Mrd., 2010 um ca. 84,7 Mrd. für Bund, Länder und Kommunen). Schwere Probleme für die öffent­lichen Finanzen sind daher absehbar. Aktuell wird für 2009 ein Rückgang des Brutto­inlandsprodukts in Deutschland um bis zu 6 Prozent erwartet. Für 2010 gehen die Prognosen von Stag­nation bis zu geringem Wachstum aus, das jedoch unter der Beschäftigungsschwelle bleiben wird. Der­zeit wirkt die Verlängerung der Kurzarbeit noch als Puffer. Für 2010 muss aber mit einem starken Rück­gang der Beschäftigung von 36 Millionen(2008) auf weit unter 34 Millionen bei gleichzeitig ansteigender