Focus on Germany London Office October 2008 Die Banken retten, nicht die Bankiers Jetzt läuft einer der größten Feuerwehreinsätze in der Geschichte der internationalen Finanzmärkte: Die Notenbanken fluten die Kapitalmärkte. Ein Land, das keinen Cent hat, um seinen armen Kindern die Krankenversicherung zu bezahlen, pumpt 700 Milliarden US$ in die Rettung des Finanzmarktkapitalismus. Nach Schätzungen des IWF wird sich der weltweite Schaden der Krise auf voraussichtlich 1.400.000.000.000(1,4 Billionen) US$ belaufen. Deutscher Gewerkschaftsbund(DGB)* Inzwischen hat die Krise Europa erreicht. Mit voller Wucht. Die Börsen taumeln, Banken und Versicherungen wackeln. Jetzt ruft sogar Josef Ackermann nach dem Staat: Ein europäischer Nothilfeplan soll die heimischen Banker und Aktionäre retten. In Nacht- und Nebelaktionen einigten sich die europäischen Regierungen auf Hilfs- und Rettungspakete für die Finanzwelt. Nun werden Banken verstaatlicht. Und die Steuerzahler bürgen mit Summen, die ausreichen würden, um die Armut auf dem alten Kontinent vollkommen zu beseitigen. Allein das kleine Irland muss mit 400 Mrd.€ für seine Ban* Dieser Artikel wurde vom DGBBundesvorstand, Bereich Wirtschafts- und Steuerpolitik, im Standpunkt , Nr. 1, am 9. Oktober 2008 publiziert. ken bürgen. Island steht vor dem Staatsbankrott. Auch deutsche Banken handelten eifrig mit dem Giftmüll des US-Hypothekenmarktes. Die Landesbanken, die IKB und die Hypo Real Estate sind vermutlich erst der Anfang einer Serie drohender Pleiten. Gezockt haben viele. Bis vor kurzem erzielten Ackermann& Co mit ihren Spekulationsgeschäften noch phantastische Renditen. Jetzt bezahlen die deutschen Steuerzahler/-innen die Zeche. Die Finanzkrise breitet sich immer weiter aus: Bald werden die Schuldenpyramiden der Hedge- und Private-Equity-Fonds einstürzen. Zahlreiche klein- und mittelständische Betriebe drohen, unter den Trümmern begraben zu werden. Das Eigenkapital der Banken schmilzt. Es reicht nicht mehr aus, um die Verluste aufzufangen. Friedrich-Ebert-Stiftung London Office The Chandlery(609) 50 Westminster Bridge Road London SE1 7QY, UK Phone+44(0)20 7721 8745 Fax+44(0)20 7721 8746 e-mail website feslondon@feslondon.org.uk www.feslondon.org.uk
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