In der Hitze des Sommers 2009: Die aktuelle Gesundheitsdebatte in den USA Schon seit langem, ganz besonders aber im Wahlkampf 2008 und nun in diesem Sommer stand die Reform des US-amerikanischen Gesundheitssystems im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Die Kongressausschüsse, die sich damit befassen, haben Gesetzesvorschläge unterbreitet, US-Präsident Obama hat öffentliche Veranstaltungen mit Wählern organisiert und private Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern geführt. Aktivisten auf beiden Seiten der Debatte sind zu Wort gekommen. Trotz dieser Bemühungen und Aktivitäten ist es weder im Repräsentantenhaus noch im Senat gelungen, einen vollständigen Gesetzesentwurf zu debattieren, geschweige denn zu verabschieden. Ohne einen klaren Vorschlag sind die vorliegenden Entwürfe für eine neue Gesetzgebung jedoch unvollständig und zum Teil sogar widersprüchlich. Einige entscheidende politische Fragen bleiben ungelöst. Gleichzeitig lässt die politische Dynamik im Lande die Chancen auf eine erfolgreiche Verabschiedung eines Reformgesetzes im Gesundheitswesen derzeit unsicher erscheinen. Schlüsselfragen Unter der Vielzahl der politischen Fragen, die derzeit debattiert werden, sind einige Kernstücke der Reform: Ein Beispiel ist die Frage, wie die notwendigen Investitionen in einen ausgedehnten Versicherungsschutz und in Systemverbesserungen finanziert werden sollen oder wie sichergestellt werden soll, dass sich auch Familien mit niedrigem oder mittlerem Einkommen eine Versicherung leisten können. Zudem muss geklärt werden, wie die steigenden Kosten in der Gesundheitsversorgung unter Kontrolle gehalten werden können. Weitere Fragen betreffen die
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