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Kein Zurück zum (doing) business as usual : die neue internationale Gewerkschaftsbewegung in der globalen Beschäftigungskrise
Entstehung
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Internationale Gewerkschaftskooperation KURZBERICHTE N° 9/ 2009 verantwortlich: Reiner Radermacher Globale Gewerkschaftspolitik www.fes.de/gewerkschaften Kein Zurück zum(Doing) Business as Usual Die neue internationale Gewerkschaftsbewegung in der globalen Beschäftigungskrise Von Susan Javad und Sarah Ganter Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise trifft die Arbeitnehmer mit voller Wucht. Schätzungen der IAO zu­folge werden im Jahr 2009 bis zu 59 Millionen mehr Menschen arbeitslos sein als im Jahr 2007. Was als Kreditkrise in den USA begann, wächst sich zu einer globalen Beschäftigungskrise aus. Die Regierungen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer bemühen sich, Lösungen für die Überwindung der Krise zu finden. Damit Arbeitnehmerinteressen dabei nicht unter den Tisch fallen, fordert die internationale Gewerkschafts­bewegung einen Platz am Verhandlungstisch und präsentiert sich in neugewonnener Stärke. 1. Von der Finanz- zur Beschäftigungskrise Ausgelöst durch spekulatives Verhalten an den Fi­nanzmärkten und mangelhafte staatliche Kontrolle, hat sich die internationale Finanzkrise zur globalen Wirtschaftskrise ausgeweitet. Alle OECD-Länder ver­zeichnen drastische Einbrüche ihrer Wirtschafts­leistung und auch die Schwellen- und Entwick­lungsländer sind von der Krise wenn auch in un­terschiedlichem Ausmaß betroffen. Mit dem Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität geht der Abbau von Arbeitsplätzen einher. Die Inter­nationale Arbeitsorganisation(IAO) spricht von über 59 Millionen Stellen, die aufgrund der aktuellen Krise verloren zu gehen drohen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch ein einsetzender Aufschwung nach der Krise einmal abgebaute Arbeitsplätze oft nicht wiederentstehen lässt. Zwar entstehen neue Arbeits­verhältnisse, doch weisen diese zumeist schlechtere Konditionen für die Beschäftigten auf als die verlo­ren gegangenen Jobs. Die Arbeitnehmer haben diese Krise nicht verur­sacht, sie sind Opfer dieser Krise, 1 so formuliert es IG Metall-Chef Berthold Huber. Damit ergibt sich für die Gewerkschaften in den Worten des DGB-Chefs Michael Sommer der Auftrag,die Krise politisch­moralisch aufzuarbeiten. Das sind wir auch den Ar­beitnehmern schuldig. Denn am Ende einer solchen Krise sind sie es, die die Zeche zahlen. 2 Eben dies soll nach dem Willen der Gewerkschaften verhindert werden. Auch soll sich eine derartige Kri­se in Zukunft nicht wiederholen. Die internationale Gewerkschaftsbewegung hat sich in den letzten Jah­ren neu aufgestellt und fordert, in die politische Krisenbewältigung mit einbezogen zu werden, um der Arbeitnehmerperspektive bei der Gestaltung einer neuen globalen Wirtschafts- und Finanzarchitektur Gehör zu verschaffen. In welcher Art sich Gewerkschaften in die bisherige Diskussion eingebracht und was sie erreicht haben, soll im Folgenden umrissen werden. Zunächst wird 1 Interview Saarbrücker Zeitung, 30.04.2009, http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/themen/art2825,2879267 (Zugriff am 6.11.2009) 2 Interview Tagesspiegel, 13.10.2008, http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Finanzkrise-Michael-Sommer%3Bart271,2634809 (Zugriff am 6.11.2009)