US-sudanesische Beziehungen im Aufwind: Kehrtwende oder„business as usual“? Anja Dargatz, FES Sudan Oktober 2009 • Die Versuche der USA, Sudan in den 90er Jahren zu isolieren, sind gescheitert. Die Öffnungspolitik der Obama-Regierung knüpft an frühere Zusammenarbeit mit dem Sudan an. • Die Kooperation folgt den(geo-)politischen Interessen der USA und trifft auf Interesse bei der sudanesischen Regierung an der Aufhebung der amerikanischen Wirtschaftssanktionen. • Die außenpolitische Offensive wird insbesondere von Menschrechtsgruppen und Darfuris kritisiert, die weiterhin den Druck auf die Regierung aufrechterhalten wollen. • Die Europäische Union und Deutschland sollten ebenfalls ihre Sudan-Politik definieren, gemeinsam vertreten und damit einen Ausgleich zu US-Interessen im Sudan und in der Region schaffen. Bis 1989 waren die Beziehungen zwischen den USA und Sudan geprägt von einem Freund-Feind-Denken. Der Abbruch diplomatischer Beziehungen war ebenso Bestandteil der Beziehungen wie die Wiederaufnahme von Gesprächen. Grundsätzlich stand und steht der Sudan auf der Seite seiner arabischen Allianzen, hat aber entsprechend seiner Interessen den Kontakt zu den USA nie völlig abgebrochen. So rückte der Sudan näher an die USA heran, als die Sudanesische Kommunistische Partei 1971 erfolglos einen Putsch gegen den Präsidenten Nimeiri versuchte, der wiederum die Sowjetunion als Drahtzieher beschuldigte. 1976 verhandelte Nimeiri die Freilassung von 10 amerikanischen Geiseln aus den Händen eritreischer Rebellengruppen. Nach der Ermordung des amerikanischen Botschafters im März 1973 durch die palästinensische Terrorgruppe„Schwarzer September“ in Khartum, beschränkte sich die US-Reaktion auf die Reduzierung von Botschaftspersonal und eine kurzzeitige Vakanz des Botschafterpostens. Wirtschaftliche Unterstützung seitens der USA wurde sogar aufrechterhalten, als 1986 die Beziehungen wegen der Bombardierung der libyschen Hauptstadt Tripolis durch die USA zum Zerreißen gespannt waren. Sudan war zu dieser Zeit das
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