Druckschrift 
Weltwirtschaftskrise und Wohlfahrtsstaat : Lösungskonzepte zum Abbau ökonomischer und sozialer Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft, in Europa und in Deutschland ; Langfassung
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Internationale Politikanalyse Klaus Busch Weltwirtschaftskrise und Wohlfahrtsstaat Lösungskonzepte zum Abbau ökonomischer und sozialer Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft, in Europa und in Deutschland Langfassung Mehrere Argumente sprechen für die These, dass die Weltwirtschaft nach der doppelten Krise nicht ohne Weiteres wieder zu den hohen Wachstumsraten der Vorkrisenära zurückkehren kann. Die Krise und das schwächere Wachstum nach der Krise setzen die Wohlfahrtsstaaten in den Industrieländern und in den Entwicklungslän­dern unter Druck. In Europa werden Leistungskürzungen sowie Steuer­und Beitragserhöhungen den Prozess der Re-Kommodifizierung vertie­fen, der bereits seit Jahren die Reform der europäischen Wohlfahrtsstaa­ten prägt. In den Entwicklungsländern ist das Bild differenzierter: In den low income countries sind vor allem die informellen sozialen Sicherungs­systeme und die Ansätze zu Cash-Transfer-Systemen gefährdet. In den middle income countries kann dagegen aufgrund besserer Wachstums­perspektiven der Aus- und Aufbau sozialer Sicherungssysteme fortge­setzt werden. Durch grundlegende Reformen auf der internationalen, der europäi­schen und der nationalen Ebene könnten sowohl die ökonomischen und sozialen Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft abgebaut als auch die Wachstumsbedingungen wieder verbessert werden. Nur durch diese umfassenden Reformen wird die Weltwirtschaft zu einem ausgewoge­neren und krisenfesteren Wachstum zurückfinden können. NOVEMBER 2009