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Indien im "Armutskrieg" : warum die Regierung die militärische Offensive gegen die Maoisten nicht gewinnen kann
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Dezember 2009 Indien imArmutskrieg- Warum die Regierung die militäri­sche Offensive gegen die Maoisten nicht gewinnen kann Anja Minnaert, FES Neu Delhi, Dezember 2009 Die maoistische Guerillabewegung konnte in den letzen Jahren ihren Aktionsradius beträcht­lich ausdehnen und in einzelnen Landesteilen militärisch die Oberhand gegenüber den staat­lichen Sicherheitskräften gewinnen. Seit Mitte 2009 hat sich der Konflikt zwischen den Ma­oisten und der indischen Regierung deutlich verschärft. Dies spiegelt weniger die Stärke der Bewegung als die Abwesenheit des indischen Staates in einem Großteil des ländlichen Raumes wider. Die Maoisten nutzen die bittere Armut und das Fehlen jeglicher öffentlicher Dienstleistungen, um die Bevölkerung für ihren Kampf zu ge­winnen. Besonders groß ist ihr Einfluss in Gebieten mit einem hohen Anteil an Stammesbevölkerung. Diese Bevölkerungsgruppe wurde über Jahrzehnte von der Regierung vernachlässigt und ih­rer natürlichen Reichtümer(Land, Wälder, Bodenschätze) beraubt. Die indische Regierung plant ab November 2009, in einer groß angelegten militärischen Of­fensive(Green Hunt) gegen die Maoisten vorzugehen. Die Folge wird ein Zermürbungs­krieg sein, der zahlreiche Opfer vor allem unter der Zivilbevölkerung fordern wird. Der bewaffnete Widerstand der Maoisten wird jedoch nicht einzudämmen sein, solange die Regierung nicht die sozialen und wirtschaftlichen Missstände beseitigt, die der Gewalt zugrunde liegen. Verschärfung des Konflikts Seit ihrem Amtsantritt Mitte 2009 geht die Uni­onsregierung entschlossener gegen die Maois­ten vor. Im Juni wurde die Kommunistische Par­tei Indiens(Communist Party of India-Maoist, CPI-M) als terroristische Organisation landesweit verboten, und im September 2009 einer ihrer führenden Köpfe, Kobad Ghandy, festgenom­men. Nicht zuletzt nachdem die indische Regie­rung eine umfassende militärische Offensive gegen die Guerillabewegung angekündigt hat­te, nahmen gewaltsame Zwischenfälle stark zu. Besonders öffentlichkeitswirksame Überfälle auf Symbole des Staates wie Massaker an Partei­funktionären und Polizisten sowie die Entfüh­rung von Zügen sollen die Mobilisierung der Bevölkerung vorantreiben. Gleichzeitig ist eine neue Qualität des Konflikts zu beobachten, in­dem die Maoisten ganze Gebiete zubefreiten Zonen erklären und neue Methoden(z.B. Gei­selnahmen) zur Freipressung von Gefangenen anwenden. Nach Angaben des indischen In­nenministeriums haben in diesem Konflikt zwi­schen 2004 und 2008 fast 4.300 Personen ihr Leben verloren. Bis Anfang Oktober diesen Jah­res lag nach Angaben des Institute for Conflict Management die Zahl der Todesopfer bereits bei 749 Personen. Wer sind die Naxaliten? Ursprung und Name der maoistischen Bewe­gung gehen auf einen Bauernaufstand gegen Großgrundbesitzer im westbengalischen Naxal­bari im Jahr 1967 zurück. Die sogenannten Na­xaliten geben vor, die arme Landbevölkerung von der Ausbeutung durch den indischen Staat zu befreien. Im Gegensatz zu den Maoisten in Nepal lehnen sie die parlamentarische Demokra-