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Zivilgesellschaft und Sozialdemokratie in Europa : aktuelle Entwicklungen und normative Perspektiven
Entstehung
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Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Serge Embacher Zivilgesellschaft und Sozialdemokratie in Europa Aktuelle Entwicklungen und normative Perspektiven Eine aktive Zivilgesellschaft ist für die europäische Integration unerlässlich. Als supranationales Gebilde mit demokratischem Anspruch ist die Europäische Union(ebenso wie Nationalstaaten) auf Normen set­zendes Handeln engagierter Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Eine europäische Zivilgesellschaft ist erst in Ansätzen zu erken­nen. Ihre Entwicklung ist möglich, setzt aber geeignete Rahmenbedingun­gen voraus und kann sich nur vollziehen, wenn die Unionsbürgerinnen und-bürger den Sinn einer europäischen Demokratie für sich erkennen. Die Sozialdemokratie ist in Deutschland und Europa nur schwach in zivilgesellschaftlichen Strukturen verankert. Ihr Identitätsproblem Was kann sozialdemokratische Politik heute überhaupt bedeuten? schlägt auf ihre Beziehungen zur Zivilgesellschaft durch. Die sozialdemokratischen Parteien in Europa müssen sich demo­kratisieren und modernisieren. Sie müssen sich wie das ansatzweise in den osteuropäischen Transformationsgesellschaften der Fall ist als Teil der Zivilgesellschaft(und weniger als staatstragende Organisationen) de­finieren. Die europäische Zivilgesellschaft braucht einen Demokratisie­rungsschub. Ohne eine massive Ausweitung von Partizipationsmöglich­keiten innerhalb und außerhalb der sozialdemokratischen Parteien, d. h. ohne eine konsequente Öffnung des politischen Prozesses zur europäi­schen Gesellschaft hin, wird es auf Dauer keine funktionsfähige Zivilgesell­schaft als Kernelement der europäischen Integration geben können. FEBRUAR 2010