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Politisch limitierter Pluralismus : die Wohlfahrtssysteme der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union
Entstehung
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Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Sonja Blum, Jochen Dehling, Simon Hegelich, Klaus Schubert Politisch limitierter Pluralismus Die Wohlfahrtssysteme der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union Bisher wurde der empirisch gegebenen Vielfalt der Wohlfahrtssysteme in der Europäischen Union zu wenig Beachtung geschenkt. Eine erstmals alle Länder der EU einbeziehende Publikation legt diese große Bandbreite offen. Zwar lassen sich immer wieder Gemeinsamkeiten zwischen den euro­päischen Wohlfahrtssystemen feststellen, allerdings überwiegen die Unter­schiede. Der ausgeprägte Pluralismus steht einerseits im Widerspruch zu klassischen Typenbildungen und Kategorisierungen in der Wohlfahrtsfor­schung, anderseits zeichnen sich aber zunächst auch keine neuen, sinn­vollen Cluster etc. ab. Dies wird am Beispiel der neuen Mitgliedsstaaten aus Mittel- und Ost­europa deutlich. Aufgrund geografischer und historisch-kultureller Ge­meinsamkeiten könnten hier vergleichbare bzw. konzeptionell ähnliche Wohlfahrtssysteme erwartet werden. Dies lässt sich aber durch die empi­rischen Befunde nicht bestätigen. Insgesamt stellt sich damit erneut die Frage nach einem europäischen Kern der Wohlfahrtssysteme. Entgegen der auf Homogenisierung und Vereinheitlichung setzenden Diskussion um ein»Europäisches Sozialmo­dell« erscheint es empirisch begründet und politisch-praktisch sinnvoller, von einem»politisch limitierten Pluralismus« zu sprechen: Gesellschaftliche Interessenskonflikte werden anerkannt, aber nicht grundsätzlich gelöst, sondern in ihrer Intensität auf ein Niveau abgesenkt, welches Kooperation und Kompromissfindung generell ermöglicht. FEBRUAR 2010