Nachrichten aus Ungarn 4/ 2009 Nach den Europa-Wahlen in Ungarn. Eine Analyse. Bereits unmittelbar nach den Wahlen zum Europa-Parlamant am 7. Juni wurde in Interviews und Kommentaren der ungarischen Medien immer wieder die gleiche Frage gestellt: welche Folgen der überwältigende Sieg der Oppositionsparteien FIDESZ und Jobbik und die historische Niederlage der(seit 2004) regierenden Linken in Ungarn wohl haben mag. Alle seriösen Stimmen waren sich einig darin, dass die politischen Folgen für Ungarn bedeutsam sein werden. Wahlergebnisse der EP-Wahlen in Ungarn 2009 Die Wahlbeteiligung lag bei 36,28%. Ungarn hat 22 Mandate zu vergeben. Fidesz MSZP Jobbik MDF 56,37% 17,32% 14,77% 5,3% 14 Mandate 4 Mandate 3 Mandate 1 Mandat Die 5%-Hürde nicht geschafft haben: SZDSZ(Liberale) LMP(Grün-Alternativ) Munkáspárt MCF(Romapartei), 2,16% 2,6% 0.96% 0,47%. Zusammenstellung: FES Budapest Aufgrund der konstanten öffentlichen Meinungsumfragen in den letzten Monaten und dem großen Erfolg bei der Nachwahl zum Bürgermeisteramt am 10. Mai in Pécs war mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit bei den EP-Mandaten und mit mindestens 60-65% der abgegebenen Stimmen für den rechtspopulistischen FIDESZ gerechnet worden. Demgegenüber kommentierten die FIDESZ-Führung und Parteichef Viktor Orban selbst während des EP-Wahlkampfes den für sie prognostizierten Wahlerfolg eher zurückhaltend. Tatsächlich schneiden bei EP-Wahlen die kleinen Parteien traditionell besser ab, die durch eine gegenüber nationalen Parlamentswahlen insgesamt geringere Wahlbeteiligung ebenso profitieren wie durch ein eher taktisch bedingtes Wahlverhalten. Daher bemühten sich die führenden Vertreter der größten 1
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