PERSPEKTIVE Vom»guten Geist« zur Arbeitnehmerin? Lateinamerikanische Erfahrungen mit der Stärkung der Arbeitnehmerrechte von Hausangestellten KATHARINA MEIER Mai 2010 n In den vergangenen zehn Jahren wurden in einer Reihe lateinamerikanischer Staaten Gesetze erlassen, die auf eine Stärkung der Arbeitnehmerrechte von Hausangestellten abzielen. In den meisten Fällen wären diese Gesetze ohne die nationalen und regionalen Kampagnen von gewerkschaftlichen Vereinigungen der Hausangestellten nicht zustande gekommen. n Ein entscheidender Faktor für den Erfolg gewerkschaftlicher Interessenvertretung von Hausangestellten liegt in der Unterstützung ihrer Anliegen durch einen starken Gewerkschaftsdachverband sowie die Allianz mit anderen politischen Akteuren. Ausschlaggebend sind zudem Verbündete in Regierung und Parlament, die sich der Forderung nach einer Stärkung der Arbeitnehmerrechte von Hausangestellten annehmen. Hierauf weist ein Vergleich der Länder Lateinamerikas hin, in denen sich die weitestreichenden Reformen vollzogen haben. n Überschattet werden die rechtlichen Verbesserungen dadurch, dass die wenigsten der in privaten Haushalten arbeitenden Lateinamerikanerinnen tatsächlich in den Genuss der gesetzlich verankerten Mindeststandards kommen. Das Beispiel Uruguays zeigt aber, dass es bis zu einem gewissen Grad möglich ist, die gesellschaftliche Akzeptanz der informellen Beschäftigung von Hausangestellten aufzubrechen. Dieser Wandel ist Ergebnis einer Regierungspolitik, die die gezielte Stärkung der Rechte von Hausangestellten mit der Einführung von Kollektivverhandlungen für den Sektor der bezahlten Hausarbeit und Öffentlichkeitskampagnen verband.
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Vom "guten Geist" zur Arbeitnehmerin? : Lateinamerikanische Erfahrungen mit der Stärkung der Arbeitsnehmerrechte von Hausangestellten
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