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ALBA : ein alternatives Integrationsmodell zwischen Schein und Sein
Entstehung
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PERSPEKTIVE ALBA Ein alternatives Integrationsmodell zwischen Schein und Sein CLAUDIA DETSCH Juni 2010 n Kaum ein regionales Integrationsbündnis ruft so unterschiedliche Einschätzungen und Erwartungen hervor wie die durch linke lateinamerikanische Regierungen ge­prägte Alianza Bolivariana para los pueblos de Nuestra América ALBA. Bestehend seit 2004, umfasst das Bündnis derzeit Venezuela, Kuba, Bolivien, Nicaragua, Ecua­dor, Dominica, Antigua und Barbuda sowie Sankt Vincent und die Grenadinen. n Die Einschätzungen zu ALBA stehen sich innerhalb wie außerhalb Lateinamerikas diametral gegenüber. Die Befürworter sehen in ALBA tatsächlich die Morgenröte re­gionaler Integration, eine linke Bündnisalternative abseits ökonomischer Abhängig­keiten und asymmetrischer Entscheidungsfindungen. Kritikern dagegen gilt ALBA als reines Machtbündnis zur Durchsetzung der ureigenen Interessen des venezolani­schen Präsidenten Hugo Chávez die übrigen Mitglieder fungieren in dieser Lesart als mit Erdöl entlohnte Erfüllungsgehilfen chavistischer Allmachtsansprüche. n Eine objektive Charakterisierung und Einordnung des Bündnisses indes fällt nicht leicht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen ist der juristische und institutionel­le Organisationsgrad überaus schwach; es ist wenig transparent, welche angekün­digten Projekte tatsächlich umgesetzt werden; viele Entwicklungen vollziehen sich eher auf der Diskursebene denn in realer Politik; und nicht zuletzt ist der Einfluss von Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez auf die Entwicklung des Bündnisses enorm, so dass eine Unterscheidung zwischen venezolanischer Außenpolitik und tatsächlichen ALBA-Projekten nicht leicht fällt.