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Sudan und Somalia : Weichensteller am Horn von Afrika
Entstehung
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Sudan und Somalia Weichensteller am Horn von Afrika ANNETTE WEBER| ANJA DARGATZ September 2010 n Entscheidend für das Referendum um eine Unabhängigkeit des Südsudan wird der Wille der politischen Führung sein, nicht der des Volkes. n Trotz des erheblichen Gewaltpotenzials bieten komplementäre Interessen beider Re­gierungen Verhandlungsspielräume. n Die grundsätzlichen Probleme des Sudan werden durch das Referendum nicht gelöst und werden auch nach dem Stichtag die Entwicklung des Sudan bestimmen. n Es besteht die Gefahr, dass sich die internationale Gemeinschaft noch stärker auf den Süden konzentriert und den Nordsudan vernachlässigt. n Ein militärisches Patt zwischen den jihadistischen Kampfgruppen der al-Shabaab­Miliz und der somalischen Übergangsregierung mit Unterstützung der AU-Mission, führt zu weiteren Zerstörungen, die auf die Region übergreifen. n Militärischer Anti-Terror-Kampf allein kann Stabilität nicht erreichen. Die Arbeit mit lokalen Autoritäten mit Interesse an nachhaltigem Frieden ist effektiver. n Das Land ist geteilt: Somaliland funktioniert als quasi-demokratischer Staat, im Sü­den ist der Staat gescheitert. Um die Stabilität in Somaliland nicht zu gefährden, ist Entwicklungszusammenarbeit und politische Unterstützung sinnvoll. n Um die Piraterie wirksam zu bekämpfen, müssen rechtsstaatlichen Strukturen im Piratengebiet unterstützt und wirtschaftliche Alternativen für die Bevölkerung So­malias aufgebaut werden.