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Sozialpolitik im europäischen Vergleich
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Sozialpolitik im europäischen Vergleich RENATE MINAS Oktober 2010 Die sozialen Sicherungssysteme der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union stehen vor einer Modernisierungsherausforderung: Sie müssen an veränderte Alters- und Arbeitsstrukturen sowie an die neue Balance zwischen den Geschlechtern angepasst werden. Doch wie können die Modernisierungserfahrungen unterschiedlicher Län­der systematisiert werden, um gegenseitiges policy learning zu ermöglichen? Ausgehend von einer Klassifizierung in fünf Wohlfahrtsstaatsmodelle beleuchtet die Studie Reformtrends in der Krankheits- und Arbeitsunfallversicherung, der Arbeits­losenversicherung, Sozialhilfe und bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Dabei treten erhebliche Unterschiede in der Qualität sozialer Sicherungssysteme in Bezug auf monetäre Leistungen sowie Aktivierungsleistungen zu Tage. Trotz anhaltender Reformen verändern sich die Wohlfahrtsstaatsmodelle selbst nur in einigen Aspekten. Jenseits von policy learning sind neue Strategien in der Wirt­schafts- und Sozialpolitik gefordert, um insbesondere dem demographischen Wandel wirksam zu begegnen. Vor allem sollte der produktive Faktor der sozialen Sicherheit für Wachstum, Beschäftigung und gesellschaftliche Stabilität stärker betont werden.