INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Die schwedische Sozialdemokratie nach der Wahl 2010 Hintergründe, Strategie und Ergebnisse HÅKAN A. BENGTSSON Oktober 2010 Als Ergebnis der Wahlen zum nationalen Parlament vom 19. September 2010 in Schweden wird die bürgerliche Koalitionsregierung bis 2014 als Minderheitsregierung im Amt bleiben. Der rot-grünen Opposition(Sozialdemokraten, Umweltpartei/die Grünen und Linkspartei) gelang es nicht, die Mehrheit der Wähler zu überzeugen. Im Gegenteil – die schwedischen Sozialdemokraten verlieren nach ihrem historisch schlechtesten Wahlergebnis 2006 erneut Stimmen und damit innerhalb von acht Jahren jeden vierten Wähler. Wie in anderen europäischen Staaten verzeichnet die rechtspopulistische und fremdenfeindliche Partei Schwedens, die pÅÜïÉÇÉåÇÉãçâê~íÉå, starke Stimmenzuwächse. Durch ihren erstmaligen Einzug ins Parlament wurden sie zum Zünglein an der Waage. Ursachen für das Wahlergebnis der schwedischen Sozialdemokraten werden durch eine Analyse der Hintergründe des Wahlkampfes 2010 sowie durch die Betrachtung eines geschichtlichen Überblicks über die Stellung der Sozialdemokratie in der schwedischen Politik und der Strategie der Sozialdemokraten für die Wahlen 2010 deutlich. Die rot-grüne Zusammenarbeit ist eine Schlüsselfrage, die die Diskussionen nach der Wahl prägen. Im Grunde lautet die Frage, ob die politische Strategie und Zusammenarbeit mit der Linkspartei und den Grünen ein Zukunftskonzept ist oder ein einmaliges Experiment bleibt. Tatsache ist, dass die Sozialdemokratie ein gangbares politisches Rezept finden muss, um der Krise zu begegnen und verlorenen Boden wiedergutzumachen.
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Die schwedische Sozialdemokratie nach der Wahl 2010 : Hintergründe, Strategie und Ergebnisse
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