Friedrich-Ebert-Stiftung Hiroshimastraße 17 10785 Berlin Tel. 00 49(0)30 2 69 35 – 6 Fax 00 49(0)30 2 69 35 – 853 info-west-il@fes.de www.fes.de „Gender Pay Gap“ – die Gehaltsschere klafft weiterhin auseinander Trotz des im EG-Vertrag verankerten Prinzips der Gleichberechtigung und mehr als 30 Jahre nach Erlass der Richtlinie zur Entgeltgleichheit erhalten Frauen in der EU für gleiche oder gleichwertige Arbeit in vielen Fällen immer noch nicht das gleiche Entgelt wie ihre männlichen Kollegen. sagekraft dieser Zahl bezweifelt werden. Schweden, mit einer weiblichen Beschäftigungsquote von 70,7% (2006), weist einen Lohnunterschied von 16% auf. Von hier stammen auch einige„best practice“-Beispiele im Rahmen des„European Projects on Equal Pay – BETSY“, das Teil von drei EU-Projekten war. Im Juli des„Europäischen Jahres der Chancengleichheit 2007“ veröffentlichte die Europäische Kommission einen Bericht zu dem in der EU zwischen Frauen und Männern herrschenden Lohngefälle 1 („Gender Pay Gap“). Darin kommt sie zu dem Ergebnis, dass der Gehaltsunterschied gegenüber 1995 EU-weit um lediglich 2 Prozentpunkte auf 15% gefallen ist – in Deutschland ist sogar ein leichter Anstieg auf 22%(+1 Prozentpunkt) festzustellen. Negative Spitzenreiter dieser von Eurostat erhobenen Statistik sind Estland und Zypern mit jeweils 25%. Malta hingegen schneidet mit nur 4% Lohngefälle scheinbar am Besten ab. Da Malta in der EU jedoch die niedrigste Beschäftigungsquote von Frauen aufweist(2006: 34,9%), darf die Aus1 Der Indikator„Geschlechtsspezifischer Lohnunterschied ohne Anpassungen“ wird als der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Brutto-Stundenverdiensten der männlichen Beschäftigten und der weiblichen Beschäftigten in Prozent der durchschnittlichen BruttoStundenverdienste der männlichen Beschäftigten dargestellt. Die Population umfasst alle Beschäftigten im Alter von 16-64 Jahren, die mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten. Ursachen des„Gender Pay Gap“ Die Gründe für„Gender Pay Gap“ sind vielfältig. Objektive Unterschiede allein (bspw. Bildungsniveau oder Berufserfahrung) können das Gefälle nicht erklären. Ein Grund wird in der geschlechterspezifischen Segregation des Arbeitsmarktes gesehen: Frauen arbeiten nur selten in gut bezahlten Führungspositionen und insgesamt in einem engeren Spektrum an Branchen und Berufen als Männer. Gleichzeitig sind die Bereiche, in denen Frauen tätig sind, gesellschaftlich oft geringer angesehen und vergütet. Der Versuch, Berufs- und Privatleben zu vereinbaren, führt zu einem hohen Anteil von Frauen in Teilzeitarbeit (2006: 31,2%, EU-27). Diese wird im Vergleich zur Vollzeitarbeit jedoch schlechter bezahlt. Zudem wird die Erwerbsquote von Frauen dauerhaft durch Mutterschaft gesenkt, wenn sie nicht sogar ihre Karriere ganz aufgeben(müssen). Frauen erreichen dadurch nicht nur ein geringeres Gehaltsniveau sondern auch weniger auf die Rente anrechenbare Berufsjahre.
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"Gender pay gap" : die Gehaltsschere klafft weiterhin auseinander
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