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Nach der Krise ist vor der Krise : haben wir die richtigen Lehren gezogen, und was bleibt zu tun?
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November 2010 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Nach der Krise ist vor der Krise Haben wir die richtigen Lehren gezogen, und was bleibt zu tun? Armin Steinbach, Philipp Steinberg 1 Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat viele überkom­mene ökonomische Glaubenssätze in Frage gestellt, insbesondere die Annahme der inhärenten Stabilität der Volkswirtschaften, nach der staatliche Eingriffe mehr Schaden als Nutzen stiften. Heute wissen wir, dass die Märkte ohne ausreichende staatliche Regu­lierung zu katastrophalen Krisen neigen und den menschlichen Trieb zur Gewinnmaximierung nicht in den Dienst des Gemeinwohls zwingen können. Theorien in Trümmern Auf einen Blick Eine Krisenbewältigung, die sich auf eine Reform der Finanzmärkte beschränkt, läuft Gefahr, zu kurz zu greifen. Nur durch eine Neujustierung der Finanz- und Wirtschaftspolitik auf Basis der zentralen Grundsätze der ökonomischen Nachhal­tigkeit und des Haftungsprinzips als konstitutivem Element der Sozialen Marktwirtschaft kann die Gefahr weiterer Krisen gebannt werden. Ein krisenfesteres Wachstumsmodell muss sich auf eine gerechtere Einkommens­verteilung und eine Kontrolle der Ungleichgewichte im Euroraum stützen. Wirtschaftspolitische Fehlentwicklungen sind mit dem Versagen der Finanzmärkte auf Grund unzu­reichender Regulierung eng verflochten. Eine Kri­senbewältigung, die sich auf eine unbestreitbar notwendige Reform der Finanzmärkte beschränkt, läuft Gefahr, zu kurz zu greifen. So sind etwa die glo­balen Leistungsbilanzungleichgewichte mitverant­wortlich für die Aufblähung und Destabilisierung der Finanzmärkte. Eine mangelnde Koordination der nationalen Wirtschaftspolitiken führt zur De­stabilisierung der Realwirtschaft. Und das Auseinan­derdriften in den Vermögens- und Einkommens­verhältnissen trägt zur wachsenden Nachfrage nach Finanzprodukten bei. Eine zentrale Lehre aus der Krise ist es, sich stärker an einer Gesellschaft des Miteinanders zu orientie­ren, ohne dabei Markt und Wettbewerb grundsätz-