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Finanzkrise kostet jeden Deutschen im Schnitt mehr als 9.000 Euro
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Oktober 2010 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Finanzkrise kostet jeden Deutschen im Schnitt mehr als 9.000 Euro Sebastian Dullien 1 Auf einen Blick In der öffentlichen Wahrnehmung ist die Finanzkri­se inzwischen wieder in den Hintergrund getreten. Nachrichten von einer kräftigen Konjunkturer­holung beherrschen die Medien. Einzig wenn es um die Debatte geht, welche Summen die öffentliche Hand in den kommenden Jahren nun einsparen muss oder welche neuen Löcher in Bankbilanzen auftauchen, wird wieder auf die Krisenkosten rekur­riert. Dann geht es um Summen wie etwa 60 Mil­liarden Euro, die der Bund nach der Krise unter Be­dingungen der Schuldenbremse bis 2016 einsparen muss, oder um 40 Milliarden Euro, die die Hypo Real Estate im September als neue Staatsbürgschaft brauchte. Entscheidende Wachstumsverluste Die Finanzkrise hat der deutschen Wirtschaft enorme Kosten beschert. Besonders ins Gewicht fällt dabei der Verlust an Wirtschaftsleistungen in den Jahren 2009 und danach. Je nach Annahmen über den weiteren Erholungspfad summieren sich diese Verluste in den wahrscheinlichsten Szenarien auf 740 Milliarden Euro bis etwa 2.200 Milliarden Euro. Dies entspricht Kosten von 9.000 Euro bis etwa 27.000 Euro für jeden Deutschen. Doch auch wenn diese Summen gewaltig sind, diese direkten Kosten der Krise dürften nur den kleinsten Teil der Krisenkosten ausmachen. Deutschlands Wirtschaftsleistung ist 2009 in einem bislang nicht bekannten Ausmaß eingebrochen. Nach aktuellen Daten ging dabei das Bruttoinlandsprodukt(BIP) um 4,7 Prozent zurück. Zwar ist die Wirtschaft seit­dem wieder kräftig gewachsen; es wird aber mindes­tens noch bis Ende 2011 brauchen, bis die Wirt­schaftsleistung das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht hat. Ob jemals der alte Trend wieder erreicht wird, ist zudem völlig offen. Allein für ein Jahr bedeutet