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Vom Untergrund zur mächtigsten Frau der Welt? : Präsidentschaftswahlen in Brasilien 2010
Entstehung
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PERSPEKTIVE Vom Untergrund zur mächtigsten Frau der Welt? Präsidentschaftswahlen in Brasilien 2010 YESKO QUIROGA Oktober 2010 n Bei den brasilianischen Präsidentschaftswahlen erreichte im ersten Wahlgang An­fang Oktober keiner der Kandidatinnen und Kandidaten die absolute Mehrheit, so dass am 31.10.2010 ein zweiter Wahlgang zwischen den beiden Bestplatzierten durchgeführt wird. n In die Stichwahl gehen Dilma Rousseff, Kandidatin der Arbeiterpartei PT, und José Serra von der Mitte-rechts-Partei PSDB. Die Favoritin Rousseff führt laut den anzwei­felbaren Umfragen für den zweiten Wahlgang um bis zu zwölf Prozentpunkte. Rund fünf Prozent der Wähler sind noch unentschieden. n Die Überraschung des ersten Wahlgangs war Marina Silva. Die ehemalige Umwelt­ministerin und Ikone des Waldschutzes, die als Kandidatin der grünen Partei antrat, landete mit 19 Prozent an dritter Stelle. Die grüne Partei konnte von dem Stim­mungshoch jedoch nicht profitieren und ist im Parlament weiterhin unbedeutend. n Die PT ist nun die stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus und zweitstärkste Partei im Senat. Die Regierungskoalition verfügt in beiden Kammern über die absolute Mehrheit der Sitze. Verlierer der Wahlen sind die rechten Demokraten, aber auch die Mitte-rechts-Partei PSDB hat in beiden Kammern Verluste hinzunehmen. n Lulas Nachfolger oder Nachfolgerin wird ein Land übernehmen, das große Ent­wicklungsschritte gemacht hat. Jedoch müssen tief greifende strukturelle Reformen in Angriff genommen werden, die für den weiteren sozialen Fortschritt Brasiliens grundlegend sind. An erster Stelle stehen dabei das Bildungs- und Gesundheitssys­tem, die mangelnde Sicherheit sowie die Reform des politischen Systems.