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Zehn Thesen zur Zukunft der Sozialdemokratie in Europa
Entstehung
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Zehn Thesen zur Zukunft der Sozialdemokratie in Europa POUL NYRUP RASMUSSEN Oktober 2010 Will man verhindern, dass Ideen im Ozean des Medienzynismus untergehen, muss man ihnen zuerst eine sichere Plattform bauen. Ohne einen stabilen Untergrund, der den The­orien die Zeit verschafft, in die Praxis zu reifen, werden gute Ideen, Ideen, mit denen die konventionelle Weisheit in Frage gestellt wird, wahrscheinlich untergehen, oder schlim­mer noch, Teil eines zermürbenden Presserummels werden. Dies gilt ganz besonders für fortschrittliche Ideen. Es ist keine übertriebene Behauptung, dass Meldungen von Solidari­tät, von Hoffnung oder einer kollektiven Lösung zu individuellen Problemen es heutzutage sehr schwer haben, sich über Wasser zu halten. Insbesondere in geballter,»synergierter« Form haben Medienveröffentlichungen wenig Zeit für derartige Konzepte des Miteinan­ders. Verkaufen lässt sich nur die Idee des Einzelnen. Wahlmöglichkeiten, Freiheit und un­gehinderter Wettbewerb sind die Publikumsmagneten, oder aber grausige Horrorge­schichten, die im Sachdetail zwar sonderbar statistisch wirken, dann aber zu einer gene­rellen Bedrohung aufgebauscht werden. Daher ist es unabdinglich, zuerst die Plattform zu bauen. Das trifft auch auf die Zukunft der Sozialdemokratie in Europa zu. Bevor wir überhaupt damit beginnen können, die Mil­lionen von enttäuschten und politikverdrossenen Wähler zu überzeugen, müssen wir eine tragfähige Plattform schaffen, die uns die Gelegenheit gibt, unsere Botschaft in allen Ein­zelheiten zu vermitteln. Deshalb möchte ich mich in dieser Kurzdarstellung der zehn Thesen zur Zukunft der Sozi­aldemokratie in Europa zuerst darauf konzentrieren, wie wir am besten besagte Plattform bauen, und anschließend darauf, wie wir die sozialdemokratische Politik präsentieren können, von der wir glauben, dass sie den Weg in eine positive Zukunft weist.