INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Wie einflussreich wird die europäische Governance? Reformierter Stabilitäts- und Wachstumspakt, Europa 2020-Strategie und»Europäisches Semester« BJÖRN HACKER/ TILL VAN TREECK November 2010 Finanz-, Wirtschafts- und Währungskrise haben der EU vor Augen geführt, wie heterogen ihre sozioökonomische Verfassung ist. Wirtschaftliche Asymmetrien und ungenügende politische Koordinierung bedrohen Einheit und Erfolg der Wirtschaftsund Währungsunion. Mit einem neuen Set an reformierten und aufeinander abgestimmten Instrumenten der politischen Steuerung im Rahmen des»Europäischen Semesters« sollen die aktuelle Krise überwunden und künftige vermieden werden. Der positive Ansatz einer umfassenden europäischen Governance-Struktur folgt jedoch einem falschen Paradigma, welches Innovation und sozialen Fortschritt einseitig an die Erfüllung staatlicher Verschuldungskriterien bindet. So erlaubt sich die EU, einen dauerhaften Finanzierungsvorbehalt gegenüber politischen Projekten der Mitgliedstaaten auszusprechen und zugleich umfassende Strukturreformen der sozialen Sicherungssysteme zu fordern. Nötig wären stattdessen das Austarieren außenwirtschaftlicher Ungleichgewichte und die Einrichtung eines sozialen Stabilitätspakts zur Ermöglichung einer nachhaltigen und souveränitätsschonenden europäischen Governance.
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Wie einflussreich wird die europäische Governance? : Reformierter Stabilitäts- und Wachstumspakt, Europa 2020-Strategie und "Europäisches Semester"
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