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Lateinamerika vor dem Klimagipfel von Cancún : gemeinsame Herausforderungen, unterschiedliche Positionen
Entstehung
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PERSPEKTIVE Lateinamerika vor dem Klimagipfel von Cancún Gemeinsame Herausforderungen, unterschiedliche Positionen CLAUDIA DETSCH November 2010 n Der unmittelbar bevorstehende UN-Klimagipfel im mexikanischen Cancún wird wie­der einmal die verhärteten Fronten zwischen Industrieländern einerseits und Schwel­len- und Entwicklungsländern andererseits zutage bringen. Doch auch innerhalb dieser Ländergruppen treten Meinungs- und Interessengegensätze immer stärker zutage. n Die lateinamerikanischen Staaten werden auch bei diesem Klimagipfel keine gemein­same Position vertreten. Brasilien sieht sich als Wortführer der Region und weist auf die geringe Leistungsfähigkeit der Entwicklungs- und Schwellenländer hin. Deshalb dürfen die vereinbarten Maßnahmen keinesfalls das Wirtschaftswachstum sowie die damit einhergehende Verringerung der Armut gefährden, so das Credo des Lan­des. Mexiko sieht sich in der Rolle des Vermittlers zwischen Industriestaaten und Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Mitgliedstaaten des ALBA wiederum se­hen in den internationalen Klimaverhandlungen in erster Linie eine geostrategische Möglichkeit, die Schwellen- und Entwicklungsländer zu einen und eine Abkehr vom kapitalistischen System durchzusetzen. n In der Region ist man sich einig, dass die historische Verantwortung der Indus­trienationen die Ausgangslage eines jeden Klimaabkommens darstellen muss. Auch besteht weitgehend Konsens darüber, dass Entwicklungsländer sich anders als In­dustriestaaten nicht auf völkerrechtlich bindende Reduktionsziele einlassen müssen. Stark umstritten ist in Lateinamerika der Einsatz von marktbasierten Mechanismen bei der Bekämpfung des Klimawandels. Während die eher marktliberal orientierten Regierungen Kolumbiens, Chiles, Mexikos und Perus auf Marktmechanismen setzen, möchte Argentinien daneben einen Großteil der Finanztransfers über den öffentli­chen Sektor der Industriestaaten realisiert sehen. Die ALBA-Staatengruppe hingegen lehnt Marktmechanismen zur Bekämpfung des Klimawandels ab.