PERSPEKTIVE| FES SÜDKAUKASUS Aserbaidschan nach den Wahlen Keine Anzeichen für Demokratisierung MATTHIAS JOBELIUS Dezember 2010 n Am 7. November wurde in der autoritär regierten Republik Aserbaidschan ein neues Parlament gewählt. Die Regierungspartei YAP siegte, wie bei allen anderen Parlamentswahlen seit 1995 auch, mit einer klaren Mehrheit. Der größte Oppositionsblock aus den Parteien Volksfront(AXCP) und Musavat konnte kein einziges Mandat erringen. n Einen ergebnisoffenen politischen Wettbewerb gab es während der Wahlen nicht. Der Sieg der Regierungspartei stand außer Frage. Die Versammlungsrechte der Opposition waren eingeschränkt. Die staatlich kontrollierten Medien berichteten nur wenig über den Wahlkampf. n Ein Vergleich zwischen den Parlamentswahlen 2005 und 2010 offenbart die Konsolidierung der politischen Macht des Präsidenten und den schleichenden Niedergang der Opposition. Die beiden wichtigsten Oppositionsparteien, Musavat und Volksfront, haben nur noch wenig Ausstrahlungskraft. Neuere Oppositionskräfte, wie das 2009 gegründete Netzwerk REAL(»Respublikaci Alternativ«), konnten sich nicht etablieren. n Der mit Abstand wichtigste Trumpf der aserbaidschanischen Regierung sind die großen Öl- und Gasreserven des Landes. Aserbaidschans gewachsene geopolitische Bedeutung ist der Grund dafür, dass Europa und die USA nicht entschlossener demokratische Reformen einfordern. Der Westen muss erleben, dass seine einseitige Ausrichtung auf Energiethemen und die Abhängigkeit von der Kooperationsbereitschaft der aserbaidschanischen Regierung mit einem Einflussverlust in anderen Politikfeldern einhergeht.
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Aserbaidschan nach den Wahlen : keine Anzeichen für Demokratisierung
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