Januar 2011 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Globales Wachstum zwischen Klima, Gleichheit und Demographie Michael Dauderstädt 1 2010 wuchs das Weltbruttoinlandsprodukt wieder um etwa vier Prozent, ähnlich wie vor der Krise. Das relativ starke Wachstum beunruhigt jene, die sich um die Erhaltung der Naturbasis für das menschliche Leben auf dem Planeten Sorgen machen. Manche von ihnen würden sogar ein weiteres Schrumpfen wie 2009 begrüßen. Umgekehrt hat das starke Wachstum der Vorkrisenzeit Millionen Menschen aus der Armut befreit, das Aufholen einiger ärmerer Länder(wie China, Indien oder Brasilien) beschleunigt und somit die globale Ungleichheit abgebaut – wenn auch um den Preis größerer innerstaatlicher Ungleichheit in den meisten Ländern. Auf einen Blick Der Klimaschutz scheint weiteres Wachstum zu verbieten. Gleichheit im Weltmaßstab erfordert dagegen massives Wachstum in den ärmeren Ländern. Ein Wachstum, das den CO 2 -Ausstoß auch nur stabilisiert, dürfte derzeit 100 US Dollar pro Kopf und Jahr nicht überschreiten. Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet nur die schnellere Entkoppelung von Wachstum und Naturbelastung, eine bald sinkende Weltbevölkerung und eine gleichmäßigere Einkommensverteilung. Eine wichtige Ursache des Wachstums ist die Zunahme der Weltbevölkerung. Das durchschnittliche Prokopfeinkommen wuchs deshalb um etwa 1,2 Prozent langsamer als das globale BIP. Auch der Übergang von Arbeitskräften aus der Subsistenz- und Haushaltsproduktion in marktbezogene Erwerbsarbeit erhöhte das BIP, obwohl er nicht unmittelbar das Produktionsvolumen verändert und somit auch nicht die Naturbelastung. Die drei Quellen der Naturbelastung: Ineffizienz, Reichtum und Demographie Materielle Produktion belastet die Umwelt und verbraucht letztlich beschränkte Rohstoffvorräte. Der globale Effekt lässt sich als kombinierter Effekt von
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