PERSPEKTIVE| FES SOFIA Bulgarien im Wahljahr 2011 Ausgangslage und Perspektiven Marc Meinardus Januar 2011 n 2010 war das erste volle Jahr der konservativen Regierung unter Führung von Ministerpräsident Boiko Borissov. Popularität ist für ihn Imperativ, entsprechend erratisch sind seine Entscheidungen. Die Politik entwickelt sich mehr und mehr zu einer politischen Seifenoper mit» Boiko« als Regisseur und Hauptdarsteller. n Die Wirtschaftskrise ist noch nicht überwunden. Politikentwürfe, wie man ihr begegnen kann, gibt es nicht wirklich. Die dringend notwendigen strukturellen Reformen in der sozialen Sicherung, im Gesundheits- und im Bildungswesen stecken im Stau. Der Kampf gegen Korruption und organisierte Kriminalität wird zwar medienwirksam inszeniert, aber ohne dass es zu Verurteilungen kommt. n Zur Regierungspartei GERB(Bewegung für ein europäisches Bulgarien) gibt es derzeit keine parteipolitischen Alternativen. Die BSP(Bulgarische Sozialistische Partei) ringt mit sich selbst. Eine große Unbekannte ist das neue politische Projekt von Staatspräsident Georgi Parvanov. n Auch wenn die Popularität des Ministerpräsidenten und seiner Regierung weiterhin hoch ist, erste Anzeichen sinkender Zustimmung und zunehmender Unzufriedenheit sind in der Bevölkerung spürbar. Im Oktober stehen Präsidentschafts- und Kommunalwahlen an. Boiko Borissov wird alles daran setzen, diese zu gewinnen. Es könnte spannend werden!
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