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Internationale Finanzkrisen im Vergleich : Lehren für das aktuelle Krisenmanagement
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Internationale Finanzkrisen im Vergleich Lehren für das aktuelle Krisenmanagement WERNER KAMPPETER März 2011 Der feste Rahmen des Systems von Bretton Woods und die amerikanische Unterstüt­zung durch Marshall Plan und Weltbank ermöglichten den Wiederaufbau und die Modernisierung Europas und Japans nach 1945. Mit dem Niedergang dieses Systems und der Liberalisierung der Kapitalmärkte be­gann das moderne Zeitalter der Schulden-, Finanz- und Immobilienkrisen. Die USA behalten als Leitwährungsland ihre dominierende Position und können sich unge­straft bei anderen Ländern in ihrer eigenen Währung verschulden. Zudem setzt sich seit den 1980er Jahren politisch und ideologisch die»Finanzkapitalfraktion« gegen­über der»Realkapitalfraktion« durch. Unter der Krisenanfälligkeit der neuen Weltwirtschaftsordnung und der ideologisch und machtpolitisch aufgeladenen Rolle von IWF und Weltbank leiden besonders die Länder an der Peripherie. Nachholende wirtschaftliche und gesellschaftliche Moder­nisierung ist schwieriger geworden. Das gilt unter etwas anderen Vorzeichen auch für die europäische Peripherie. Länder wie China, die sich dem sog. Washington Consensus nicht gefügt hatten, erwiesen sich als weniger krisenanfällig und wirtschaftlich dynamischer. Länder wie Argentinien oder Korea waren mit ihrem heterodoxen Krisenmanagement erfolg­reich und werden dafür heute auch vom IWF gelobt. Ein Rückblick auf Ursachen und Verläufe vergangener Krisen gibt Anhaltspunkte für das aktuelle Krisenmanagement auf globaler und europäischer Ebene. Eine neuer­liche Annäherung an ein realwirtschaftliches Regime scheint unverzichtbar.