STUDIE Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU Der Fall Großbritannien NICK CLARK UND JANE HARDY Mai 2011 Im Mai 2004 öffneten Großbritannien, Irland und Schweden ihre Arbeitsmärkte für Arbeitsmigranten aus den neuen EU-Mitgliedsländern; sieben Jahre später ist es an der Zeit für eine Bilanz. Die Studie analysiert die öffentliche Zuwanderungsdebatte in Großbritannien, die Auswirkungen der Migration auf den Arbeitsmarkt, das Sozialsystem sowie auf Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle der Gewerkschaften und ihrem Umgang mit dem neuen Potential an Arbeitskräften und Mitgliedern. Die Zahl der Arbeitnehmer, die Großbritannien aus den neuen EU-Mitgliedsländern erreichte, übertraf alle vorherigen Schätzungen. Sie stieg bis September 2008 auf 516 000 an und entsprach damit einem Anteil von 1,7 Prozent an der gesamten Erwerbsbevölkerung. Durch den Anstieg der erwerbstätigen Bevölkerung trug die Zuwanderung zum Wachstum der britischen Wirtschaft bei. Gesellschaftliche Veränderungen umfassten eine neue Vielfalt in monokulturellen Teilen Großbritanniens, ein neues Unternehmertum und eine steigende Zahl kleiner Betriebe. Die britischen Gewerkschaften wurden durch die Größenordnung der Zuwanderung, die niedrige Gewerkschaftsdichte und den Mangel an Tarifvereinbarungen im priv aten Sektor vor große Herausforderung gestellt. Der Dachverband Trade Union Conference und die Einzelgewerkschaften zeigten eine positive, integrative und häufig proaktive Einstellung zu den Arbeitsmigranten. Sie entwickelten eine Reihe innovativer Strategien, um Arbeitsmigranten anzuwerben, zu organisieren und zu integrieren.
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Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU : der Fall Großbritannien
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