PERSPEKTIVE| FES ÄGYPTEN Die Arabische Liga Neuer Generalsekretär – alte Herausforderungen FELIX EIKENBERG 17. Mai 2011 Ägypten behält den traditionellen Vorsitz Die Arabische Liga hat einen neuen Generalsekretär bestimmt: Dr. Nabil El Araby, bis jetzt Außenminister der ägyptischen Übergangsregierung. Er wurde am 15.5.2011 beim Treffen der arabischen Außenminister zum Nachfolger von Amr Moussa gewählt, der nach zehn Jahren aus dem Amt ausscheidet, um bei der Präsidentschaftswahl in Ägypten Ende 2011 antreten zu können. Die Suche nach einem neuen Generalsekretär bekam damit in letzter Minute eine überraschende Wendung, nachdem es zuvor einen Zweikampf zweier anderer Kandidaten gegeben hatte. Traditionell wird der Posten des Generalsekretärs der Arabischen Liga mit ihren 22 Mitgliedstaaten(Libyens Mitgliedschaft ist derzeit eingefroren) von einem Ägypter eingenommen. Der oberste ägyptische Militärrat, der seit dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Husni Mubarak in Kairo an der Macht ist und den politischen Übergang gestaltet, nominierte zunächst Mustafa El Fiqqi als Kandidaten für die Nachfolge Amr Moussas. Diese Personalie war sowohl in Ägypten als auch in den arabischen Hauptstädten umstritten. Die junge Demokratiebewegung Ägyptens warf El Fiqqi vor, jahrelang enger und loyaler Mitarbeiter Mubaraks gewesen zu sein, weswegen er nicht das neue, demokratische Ägypten repräsentieren könne und für den vorgeschlagenen Posten ungeeignet sei. In der Tat war El Fiqqi jahrelang persönlicher Medienberater Husni Mubaraks, später Abgeordneter für die allmächtige Regierungspartei National Democratic Party(NDP) und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Parlament. Bei seiner Wahl ins Abgeordnetenhaus 2005 soll es in seinem Wahlkreis zu zahlreichen Unregelmäßigkeiten gekommen sein. In anderen arabischen Hauptstädten wurde die Umstrittenheit El Fiqqis in seinem Heimatland wohl registriert, zudem traute man ihm, der nie Minister war, nicht zu, das nötige Format für den prestigeträchtigen Posten zu haben. Das außenpolitisch ambitionierte Katar stellte als Gegenkandidaten Abdulrahman Al-Attiyah auf, den ehemaligen Generalsekretär des Golf-Kooperationsrats(GCC), der nach der Arabischen Liga wichtigsten arabischen Regionalorganisation. Der Kompromissvorschlag verfängt Der jährliche Gipfel der arabischen Staatschefs war für März 2011 in Bagdad vorgesehen. Dieses Treffen fiel jedoch aus, da einige Staaten Vorbehalte gegen den Ort hatten und andere angesichts des Aufruhrs in der Region ein Treffen, das die Machtlosigkeit und Zerstrittenheit der arabischen Staatschefs offensichtlich gemacht hätte, vermeiden wollten. Daher musste auf Außenministerebene die Entscheidung für einen Nachfolger getroffen werden. Am 15. Mai kam in einer ersten Abstimmung El Fiqqi auf zwölf, Al-Attiyah auf neun Stimmen. Als Kompromiss wurde dann einstimmig Dr. Nabil El Araby gewählt, ein altgedienter Diplomat, der seit März diesen Jahres Außenminister der ägyptischen Übergangsregierung ist. Ende Juni 2011 soll er dann offiziell die Nachfolge Amr Moussas antreten. Die jungen demokratischen Kräfte in Ägypten begrüßten diese Wahl, da sie in El Araby einen glaubwürdigen Vertreter des neuen Ägyptens sehen, der z. B. während der Proteste zu Jahresanfang zu den Demonstranten auf den Tahrir-Platz in Kairo kam, um ihnen Mut zuzusprechen. Dass er, und nicht El Fiqqi schließlich Generalsekretär der Arabischen Liga wurde, kann als Erfolg für die Demokratiebewegung in Ägypten und vielleicht auch als Zeitenwende für die Arabische Liga gewertet werden.
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Die Arabische Liga : neuer Generalsekretär - alte Herausforderungen
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